Full text : Weltporto-Reform

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seines  auswärtigen  Briefverkehrs  den  Pennytarif  durchgeführt
hat  und  demnächst  das  70-  und  75jährige  Jubiläum  der  Hillschen
  Reform  feiern  wird,  hat  auch  Gründe  genug,  sich  zu
ihrer  Durchführung  auch  im  Weltverkehr  freundlich  zu  stellen.
Dänemark,  wo  1859  ebenfalls  der  Plan,  das  Inlandsporto  zum
Auslandsporto  zu  machen,  auftauchte,  dürfte  sich  nicht  minder
dazu  veranlasst  fühlen,  dieses  letzte  Ziel  zu  erreichen,  zumal  da
der  dänische  Reichstag  seinerzeit  den  Urheber  dieses  Plans  mit
einem  Ehrengehalt  ausgezeichnet  hat.
Die  Vereinigten  Staaten  haben  durch  das  transozeanische
Pennyporto  mit  England  und  Deutschland  und  die  gleiche  Absicht ­
  für  Frankreich  sowie  durch  ihren  nordamerikanischen  Postverein ­
  und  ihre  weitherzige  Gleichgültigkeit  gegen  unbedingt
Sibirien)  12,75  Millionen  Briefe  (Ausfall  also  bei  Portoermässigung  auf
10  Pf.  1  275  000  Mark);  ans  Österreich  etwa  4,6  Millionen  (Ausfall  bei
Herabsetzung  auf  10  Heller  690  000  Kronen),  aus  Ungarn  325  000  (Ausfall
etwa  50  000  Kronen).  Umgekehrt  gehen  aus  Russland  nach  diesen
Ländern  vermutlich  nicht  ganz,  aber  doch  annähernd  ebensoviel,  sagen  wir
15  Millionen  Briefe,  was  bei  einer  Tarifherabsetzung  vom  jetzigen  Weltporto ­
  (10  Kop.)  bis  auf  den  russischen  Inlandstarif  (7  Kop.)  einen  Ausfall
von  etwa  450  000  Rubel  ausmachen  würde,  bei  Ermässigung  auf  5  Kop.
aber  750  000  Rubel,  ungerechnet  natürlich  die  etwaige  Verkehrssteigerung
und  dadurch  erfolgende  Verminderung  des  Ausfalls.
Ein  Postverein  Deutschlands  mit  der  gleichsprachigen  Schweiz
(dahin  13,5  Mill.  Briefe,  von  da  8,2  Mill.  Briefe),  mit  dem  stammverwandten
und  handelsreichen  Holland  (dahin  12,8  Mill.;  von  da  5,45  Mill.  Briefe  gleich
Vs  der  Ausländsbriefe),  mit  dem  betriebsamen  Belgien  (dahin  8,65  Mill.,
von  da  6.4  Mill.  Briefe)  und  mit  Dänemark  (dahin  4  Mill.;  von  da  2,7  Mill.
Briefe  gleich  1; 4  des  Auslandsverkehrs)  würde  nicht  minder  angebracht
sein,  legt  aber,  was  zuzugeben  ist,  diesen  kleineren  Staaten  verhältnismässig
hohe  Opfer  auf,  da  ihr  Verkehr  .mit  dem  Deutschen  Reiche  sehr  gross  ist.
Belgien  und  Holland  untereinander  haben  erst  das  20  Centimes-Porto  und
sind  des  10  Centimes-Portos  natürlich  nicht  minder  bedürftig.
Griechenland  hätte  ein  besonderes  Bedürfnis,  mit  der  Türkei  und  mit
Ägypten  im  Postvereiu  zu  stehen,  weil  es  dort  so  viele  Griechen  gibt;  doch
seiu  Briefverkehr  ist  am  grössten  nach  Nordamerika  (725  000),  dann  kommt
die  Türkei  (440  000),  Ägypten  (327  000),  dann  nach  Russland  und  Italien  je
185  000  Briefe.
■  Spanien  und  Portugal,  die  bereits  einschliesslich  der  Kolonien  einen
Postverein  bilden,  hätten  wohl  Grund,  mit  ihren  früheren  Kolonien  in
Amerika  ein  Briefahkommen  zu  schliessen.  Aus  Portugal  gehen  V 4  aller
Briefe  allein  nach  Brasilien.  Von  Mexikos  europäischem  Briefverkehr  ist
der  nach  Spanien  der  grösste.
            
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