Full text: Weltporto-Reform

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oder Gramm gemessen und nach Feingehalt und Menge 
gleichsam geeicht wird; dass die Geldstücke in behalt 
baren runden Gewichtsmengen geprägt und Feingehalt 
(auch in einfachen Zahlenverhältnissen) und Gewicht auf jedem 
Stück allgemeinverständlich, behaltbar und deutlich 
angegeben werden. Ob man in der Ausprägung auf der 
Münze in erster Reihe nur das Feingewicht in rundem Gewicht 
angibt und das Gewicht der Beimischung ungerechnet lässt, so 
dass die Münze tatsächlich also immer um soviel mehr wiegt, 
oder ob man das angegebene runde Gewicht nur auf die gesamte 
Mischung und das ganze Münzstück bezieht oder das Gewicht 
des Zusatzes noch daneben angibt, das ist eine Zweckmässigkeits 
frage. Ich neige aber dazu, vorzuschlagen, dass man z. B. bei 
In einer populären kleinen Schrift: „Grammgeld oder das zu 
künftige Welt-Münz-System“ von Karl Paiuperl (Zürich 1893. Ed. 
Leemann. 2. Aull., 23 S.) findet man den Vorschlag, eine einheitliche 
internationale Münze in runden dezimalen Grammgewichten herzustellen, 
und zwar aus Silber zu 9 / 10 Feingehalt unter. Abschaffung der Gold 
währung. Das Gramm als Geldeinheit soll noch in zehn Zehntel geteilt 
werden. In einem späteren Nachwort empfiehlt der Verfasser, um die 
erwünschte Untereinteilung in 100 zu ermöglichen, die 10-Gramm-Silber- 
münze il Deka) als Weltwährungseinheit anzunehmen, die dann in 
10 g oder 100 Zehntelgramnx (Dezigramm) zerfiele. 
Meine Vorschläge, die sich an das inzwischen fast zur Weltherrschaft 
gelangte Gold halten, weichen von denen Pamperls, dessen Schrift ich 
anfangs nicht kannte, zum Teil doch erheblich ab. Indessen wird es gewiss 
an solcherlei Anregungen auch in andern Ländern nicht gefehlt haben. 
Oberpostrat Horstmann (Potsdam) meint am Schlüsse seines Auf 
satzes „Der lateinische Münzbund“ (Archiv f. Post und Tel. 1907, S. 432 f.), 
an die vielen internationalen Verbände aller Art erinnernd, der lateinische 
und skandinavische Münzbund seien wahrscheinlich die Wurzeln zur 
Bildung einer neuen grösseren Verwaltungsgemeinschaft zur Beseitigung 
der Schwierigkeiten des internationalen Verkehrs infolge der Münzverschieden 
heiten. Durch die Goldwährung in fast allen Staaten europäischer Gesittung 
sei jetzt der Weg dahin gebahnt. Sie könnten zunächst durch völker 
rechtlichen Vertrag den fremden Goldmünzen den festen Parikurs bei allen 
öffentlichen Kassen verleihen, und der folgende Schritt wäre dann bei den 
Staaten gleicher wirtschaftlicher Entwicklung, dass sie ein gemeinsames, 
einheitliches Münzsystem einführten, das durch Anschluss der übrigen 
Länder dann zur'Welt einheitsmünze würde. Erwünscht, dass Deutsch 
land wie im Weltpostverein so auch hier die Wege weisen möge.
	        
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