Full text : Weltporto-Reform

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Das  gewaltige  russische  Postgebiet  kann  man  bei  Aufzählung  der  Kolonialreichs-Postvereine ­
  nicht  wohl  übergehen,  da  es  sich  über  zwei  Weltteile ­
  ausdehnt  und  viele  angegliederte  Länder  umfasst,  wenn  diese
auch  nicht  Kolonien  im  Sinne  anderer  Staaten  darstellen,  sondern
meist  dem  Einheitsstaat  unmittelbar  unterstellt  erscheinen.
Das  früher  selbständige  Postwesen  Finnlands  wurde  aufgehoben,  und
vom  1.  Mai  1891  ab  sind  in  Finnland  auch  die  russischen  Taxen  und
Postwertzeichen  eingeführt.  Mit  Ablauf  des  Jahres  1900  wurden  die
finnischen  Marken,  die  noch  für  Finnland  und  das  Ausland,  aber  nicht
mehr  nach  Russland  galten,  ganz  beseitigt  und  durch  russische  ersetzt. 18 )
Das  russische  Porto  (Inlandsporto):
Briefe:  jedes  Lot  (12%  g)  7  Kopeken  (=  15,12  Pf,);
Postkarten:  3  Kop.  (=  6,48  Pf.);  Drucksachen:  je  4Lot  (51  g)  2  Kop.  (=4,32  Pf.);
Warenproben:  je  4  Lot  3  Kop.  (6,48  Pf.);  Oeschäftspapiere:  12  Lot  (153  g)
7  Kopeken  (15,12  Pf.).
Weltporto:
Briefe:  10  Kopeken  (21,6  Pf.)  je  15  g;  Postkarten:  4  Kopeken  (=  8,64  Pf.);
Drucksachen  usw.:  2  Kop.  (=  4,32  Pf.)  je  50  g.
Auffallend  ist  die  Höhe  des  russischen  Inlandsportos  für  Briefe
und  das  Verhältnis  zum  Weltporto.  In  andern  Ländern  macht
das  Inlandsporto  meist  nur  40—50  %  des  Weltportos  aus,  in  Russland
70%.  In  England  kosten  100  g  8’/ 2  Pf.,  in  Deutschland  20  Pf.,  in
Russland  noch  1  M  20  Pf.  Die  russischen  Drucksachen  sind  im  Inlande
ebenso  teuer,  wie  nach  dem  Auslande.  Eine  baldige  Reform  kann
sicherlich  nicht  ausbleiben.

11.  Das  türkische  Postgebiet.

Bestandteil^:  qkm:  Mill.  Einw.:
Europäische  Türkei  169  317  6,13
Türkisch-Kleinasien,  Armenien,  Kurdistan,  Syrien,
Mesopotamien,  Arabien  1  766  800  16,90
Türkisch-Afrika  (Tripolis  mit  Bengasi) 19 )  .  .  .  .  1  051  000  1,00
Gesamtgebiet:  2  987  117  24,03

Is )  Vgl.  den  Artikel  „Das  Postwesen  in  Finnland“  im  „Archiv  f.  Post  u.  Tel.“
(Berlin)  1902,  S.  461—487.
“)  In  der  Stadt  Tripolis  gibt  es  eine  italienische,  eine  französische  und
eine  türkische  Postanstalt  und  in  der  Küstenstadt  Bengasi  (mit  türkischer  Briefpost)
  eine  italienische  Postagentur.  Das  sind  alle  Postanstalten  des  ganzen  Landes
Tripolis.  Vgl.  „Archiv  f.  Post  u.  Tologr.“  1907,  S.  665—669:  „Tripolitanien  und  seine  Vor.
kehrsverhältnisse“  von  G.  Bennert.  Im  übrigen  gibt  es  in  der  Türkei  5  deutsche,
5  italienische,  6  britische,  20  französische,  24  russische  und  35  österreichische ­
  Postanstalten  in  ebenso  vielen  verschiedenen  Städten  des  Beiches.
Nacli  Zeitungsmeldungen  hat  die  Türkei  die  Aufhebung  der  österreichischen
Postämter  in  die  Bedingungen  der  Abtretung  Bosniens  und  der  Herzegowina  mit  aufgenommen. ­

            
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