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nebenbei eine eigene Postverwaltung noch besteht. Welcher
Unternehmer die beiden Länder durch ein billiges Porto verbindet,
ist gleichgültig. Es können beide Staaten das tun, es
kann aber auch einer allein das vollbringen. Auch eine private
Postunternehmung könnte solche Postvereine schaffen, wie ja
früher z. B. die Thurn und Taxis’sche Post den Anschluss verschiedener
südwestdeutscher u. a. Staatsgebiete an den deutschösterreichischen
Postverein vermittelte.
Wir werden sehen, dass diesen fremden Postanstalten in
Bezug auf die Schaffung überseeischer Postvereine eine grosse
Bedeutung zukommt. Bisher hat man die hier entwickelten
neuen Gesichtspunkte nur nicht zur Geltung gebracht.
Anscheinend liegt die Entstehung mancher dieser meergetrennten
Postunionen auch schon weiter zurück. Sie sind aber
offenbar selbst in Fachkreisen nicht recht in ihrer grundsätzlichen
Tragweite gewürdigt worden.
Wir werden hier Postvereine von näher und weiter von
einander entfernten Ländern finden, von Staaten, die durch ganze
Ozeane getrennt sind, die ganz eigene, selbständige, grosse Wirtschaftsgebiete
bilden. Aber wir werden zu unserem Erstaunen
sehen, dass einige dem Weltpostverein noch nicht einmal angehörende
Länder mit vielen fremden Postanstalten durch diese
gerade in eine besonders vorteilhafte Postvereinsstellung im
Verkehr mit den wichtigsten Reichen der Welt gelangen, so dass
man z. B. wegen der ungeheuren Grösse des Gebiets von einem
neuen besonderen chinesischen Weltpostverein neben dem
alten Weltpostverein sprechen kann, den der erstere an Einwohnerzahl
sogar übertrifft. Das ist ein ganz wunderlicher Zustand. Die
nähere Schilderung der wenig bekannten Postzustände in Marokko
und China wird übrigens manchem Leser vielleicht erwünscht
und nützlich sein (vgl. auch oben S. 53, 57 f. und die Grössenangaben
des Gebiets dieser Vereine, S. 52 u. 59).
Auch die einseitigen Post vereine sind hier dargestellt,
wo das billige Porto nur in einer Richtung angewandt wird.
Die Abkommen Amerikas mit England und Deutschland
habe ich ebenfalls ausführlicher behandeln zu müssen geglaubt,
schon wegen ihrer Wirkung und voraussichtlichen Tragweite.
Im übrigen bitte ich, nun die Vereine selber näher zu studieren.