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8. Panamas Postvereine mit den Vereinigten Staaten
(nebst Kolonien), mit Cuba, Mexico und Canada (China?).
Die frühere Provinz Columbiens Panama, seit 1903 losgetrennt und
eine selbständige Republik bildend (87 480 qkm mit 340 000 Einw., in
der Stadt Panama 28 000 Einw., in Colon 3000), hat den Vereinigten Staaten
von Nordamerika gegen Entschädigung einen 15 bis 18 km breiten Land
streifen, zu beiden Seiten des 75 km langen Kanals belegen, zur Ausübung
der vollen Souveränität abgetreten. Die a m e r i k a n i s c h e P o s t v e r w a 11 u n g
hat sich beeilt, auf diesem Gelände eigene Postanstalten zu eröffnen
(bis 1004 in 9 Ortschaften: Cristobal, Gatun, Bohio, Gorgona, Matachin,
Emperador, Culebra, La Boca und Ancon). Vorläufig wurden die Post
marken des Freistaats Panama mit dem Ueberdruck „Kanalzone“ hier
verwandt. 6 )
Wenn also auch dieses der Union gehörige Stück Panamas als Kolonie
aufzufassen ist, so steht die Republik vom Isthmus doch andererseits auch
mit Mexico, Cuba und Canada, drei weit entfernten Ländern, im Post
vereinsverhältnis. Denn nach den Angaben im „Recue-il de reuseignemeuts“
des Berner Bureaus (1907, S. 7, Spalte 18) steht nicht bloss die amerika
nische Kanalzone, sondern die ganze Republik Panama in der Postnnion
mit den Vereinigten Staaten, mit Cuba, Mexico und Canada.
Vereinsporto: der innere Tarif der Union (vgl. S. 257).
9. Mexicos Postvereine mit entfernten Ländern:
a) mit der Republik Cuba (vgl. S. 281, 250 f.). Kürzeste Entfernung (bei
Yucatan) 200 km.
b) mit Panama (vgl. S. 282). (1250 km Abstand.)
c) mit Canada (vgl. S. 257). (1800 km Abstand.)
d) mit Neuseeland (vgl. S. 283): einseitiges Penny-Porto von Neuseeland
nach Mexico (etwa 7000 km), umgekehrt jedoch Porto des Weltpost
vereins.
e) Nachbarpostverein mit den angrenzenden Vereinigten Staaten
(nebst Kolonien) (vgl. S. 256 f.).
10. Der Postverein Japans (und Koreas) mit China.
Durch die 50 japanischen Postanstalten in China, die im Verkehr mit
Japan das interne japanische Briefporto (3 Sen oder Cents = 6,3 Pf.)
anwenden, wird das Chinesische Reich in ein Postvereinsverhältuis zum
Japanischen Inselreich gerückt. Näheres darüber S. 301—303.
Die japanischen Hanptinseln — die südlichsten — sind an der nächsten
Stelle noch etwa 800 km und selbst Formosa noch 150 km von der Fest
landsküste Chinas entfernt. Ueber Korea vgl. S. 45.
6 ) Vgl. „Deutsche Verkehrs-Zeitung“ 1904, S. 415.