Full text : Weltporto-Reform

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11.  Der  einseitige  Postverein  Neuseelands  mit  Mexiko.
(Anscheinend  seit  1902.)
Neuseeland  erklärte  sich  bekanntlich  bereit,  im  Verkehr  nach  allen
Ländern  das  Penny-Porto  für  Briefe  anzuwenden,  wofern  nicht  gegenseitig,
so  doch  wenigstens  einseitig.
England  und  die  eng'lischen  Kolonien  nebst  Aegypten  gingen
darauf  ein,  gegenseitig.  Die  Schweiz  duldete  wenigstens  zeitweilig  Penny-Briefe
  aus  Neuseeland,  wendete  aber  selbst  das  Weltporto  dahin  an
(20  C.  oder  2 ! / 3  Pence).
Nur  Mexiko  scheint  dauernd  dieses  einseitige  neuseeländische  Penny-Porto
  (1  Penny  für  jede  Va  Unze)  gutgeheissen  zu  haben,  wie  aus  der  öfter
erwähnten  Berner  Zusammenstellung  von  1907  (S.  68  u.  74)  hervorgeht.
Das  neuseeländische  Weltporto  ist  ja  2'/a  d  (21 8 /4  Pf.),  das
mexikanische  10  Centavos  (21  Pf.).  Neuseelands  Inlandsporto,  1  d
Va  Unze,  gilt  seit  den  1.  November  1906  auch  für  4  Unzen.  (Union  postale,
1909,  8.  8.)
Jedenfalls  ist  das  eine  Pennyportobeziehung  zweier  sehr  ferner  fremder
Staaten  (etwa  7000  km  Abstand).
Neuseeland  hat  für  Zeitungen  nach  England  und  Cauada  übrigens
auch  noch  einen  Sondertarif:  1  Penny  pro  Nummer  ohne  Rücksicht  auf
das  Gewicht.
12.  Portugals  einseitiger  Postverein  mit  Brasilien.
Dieser  Postverein  bezieht  sich  nur  auf  Zeitungen  und  scheint  auch  einseitig ­
  zu  sein  (vgl.  „Recueil“  S.  75).
Zeitungen  und  Zeitschriften'  von  Portugal  nach  Brasilien  zahlen  nicht
das  Weltporto  von  10  Reis  (=  nominell  4,12  Pf.;  Papiergeld  3,6  Pf.),  sondern
nur  5  Reis  (1,8  Pf.)  für  je  50  Gramm,  entsprechend  dem  internen  portugiesischen ­
  Drucksachentarif.
13.  Die  Postvereine  Englands  mit  fernen  überseeischen
Ländern.
a)  Der  Postverein  Englands  nebst  den  Kolonien  mit  Aegypten,
einem  entfernten  türkischen  Vasallenstaate,  der  allerdings  unter  britischem
Einflüsse  und  britischer  Kontrolle  steht.
Vereinsporto:  ans  England  usw.  das  Penny-Porto  (8 1 / a Pf.),  aus  Aegypten
ö  Milliemes  (10  Pf.).  (Vgl.  S.  280.)
b)  Der  Postverein  Englands  nebst  den  Kolonien  mit  China,
vermittelst  der  12  britischen  Postämter  in  China,  die  im  Verkehr  mit
England  und  seinen  Kolonien  sowie  mit  Aegypten  bei  Briefen  das  Penny-Porto
  anwenden.  (Vgl.  8.  266  f..  279.)
c)  Der  Postverein  Grossbritanniens  (und  Canadas)  mit  den  Vereinigten
Staaten  von  Nordamerika.
(Seit  dem  1.  Oktober  1908.)
            
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