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Der Verfasser der Broschüre hatte am 28. und 29. März 1900 schon
in einem längeren Artikel in den Münchner Neuesten Nachrichten (No. 147
und 148) einen Postverein mit Holland angeregt und diese Idee in dem
Werke dann eingehender ausgearbeitet. Zugleich wurde ein Postverein mit
der Schweiz empfohlen. Der Reichskanzler Fürst Biilow sprach damals in
einem Briefe, der durch die Presse ging, seine Sympathie mit dem Ge
danken aus. Es ist bisher aber bloss ein Postverein mit Luxemburg (am
1. Oktober 1902) zustandegekommen, der in der Broschüre nur andeutungs
weise empfohlen worden wg,r.
Im Verlage von C. Heymann zu Berlin erschienen (1906. 5 M):
Patentgesetzgebnng und Eriinderschicksale
von Arved Jürgensohn (Berlin—Friedenau).
Inhalt: I. Autorrecht und Erfinderschutz. — II. Die Zweckwidrigkeit
hoher Patentgebühren. — III Allerhand Erfinderschicksale (Gutenberg,
Stephenson, Siemens, Krupp, Edison, Hughes, Auer, Phil. Reis usw;). -
IV. 25 Jahre deutscher Patententwickelung. — V. Die wirkliche Lebens
dauer der Patente und ihre Bedeutung (Amerikas Patente; deutsches
Gegenbild; Autor und Verleger, Erfinder und Industrieller; Volksverluste;
technische Angestellte; Kleinindustrie und Handwerk; neue Statistik). —
VI. Motive und Reichstagsreden von 1877 (mit kritischen Randbemerkungen).
Pressstimmen über das Buch.
Hamburger Fremdenblatt (1906, No. 64): „Ich glaube, man sagt nicht zu
viel, wenn man das Werk Jürgensohns ein aufsehenerregendes nennt,
wenigstens verdient es, Aufsehen zu erregen. Sein reiches Material ist
nicht nur für Fachleute bestimmt, sondern besitzt höchstes Interesse
für alle . . . Zwischen den Abschnitten . . . befindet sich ein Abschnitt,
dessen Stoff direkt aus der Fülle des Lebens gegriffen ist, ein Buch
der Romane und Tragödien, das Buch der Erflnderschicksale. Der Ver
fasser hat hier eine Anzahl von wahrheitsgetreuen Romanen aus Schick
salen von Erfindern und ihren Erfindungen zusammengestellt, und
man darf behaupten, daß es kaum einen fesselnderen Lesestoff gibt.“
B. /. am Mittag (Berlin 1907, 24. 4.): „ . . ein Buch, in dem er in glänzend
ster Weise den Nachweis führt, in wie tragischer Weise unsre schlechte
Patentgesetzgebung in das Schicksal der Erfinder eingreift . . Trotz
all dieser Tragik weiss ,). dem Gegenstände eine durchweg unter
haltende und vielfach sogar humoristische Seite abzugewinnen, so dass
sich das Ganze wie eine Art kulturhistorischer Novellensammlung liest.“
Berliner Tageblatt (1906, 18. 4.): „ . . in überaus fesselnder Weise ge
schrieben .... angelegentlichst zu empfehlen.“
Frankfurter Zeitung (1907, 16. 6.): „ . . . reichlich mit Beispielen aus der
Praxis durchsetzt, fesselnd behandelt . . . auch Nichtfachleuten als an
regende Lektüre empfohlen.“
Centralblatt der Hütten- und Walzwerke (1900, Nr. 31): „Mit einer erfrischen
den Deutlichkeit und Unverblümtheit werden hier die Kinder beim
richtigen Namen genannt . , . alles wird bewiesen . . . Allen empfehle
ich das J.’sche Buch aufs wärmste . . . Alle Gegner des Gesetzes sollten
sich das Buch unbedingt auschaffen, denn es ist ein Genuss, dasselbe
zu lesen und gibt wertvolle Unterlagen für weitere Arbeiten.“