Full text : Weltporto-Reform

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nun  als  Briefporto  statt  der  bisherigen  2 1 /a  Pence  oder  5  Cents  im
Wechsel  verkehr  der  beiden  wichtigsten  angelsächsischen  Handelsstaaten, ­
  die,  durch  ein  Weltmeer  getrennt,  nun  doch  einen  einheitlichen ­
  Postverein  bilden.  Während  bisher  gewöhnlich  nur
angrenzende  Nachbarländer  oder  Mutterländer  mit  den  Kolonien
solche  Postnnionen  eingingen,  vereinigen  sich  hier  zum  ersten
Male  zwei  unabhängige  grosse,  weit  entfernte  Kulturreiche  zu
einem  einzigen  Briefportogebiet.. 17 )
Frankreich  hat,  wie  gemeldet  wurde,  England  ein  ähnliches ­
  Abkommen  angeboten  (aber  15,  nicht  10  Centimes  für
französische  Briefe),  doch  hat  der  englische  Generalpostmeister
aus  finanziellen  Gründen  vor  der  Hand  abgelehnt. 18  * )  Auch  die
Schweiz  soll  für  den  Verkehr  mit  Grossbritannien  in  diesem
Sinne  tätig  gewesen  sein. 10 )
Die  englisch-amerikanische  Übereinkunft  hat  damals  zu
vielen  neuen  Anregungen  Anlass  gegeben.  Auch  für  Deutschland ­
  wurden  ähnliche  Abmachungen  mit  Amerika  sowie  auch
mit  England  empfohlen. 20 )
Die  „Verkehrs-Korrespondenz“  (Berlin,  1908,  Nr.  4
v.  11.  Juni)  schrieb  damals:
„Wir  können  garnicht  anders,  als  dem  englischen  Beispiel  bald  folgen.
Denn  unsere  Geschäfts-  und  Handelswelt  würde  sonst  dazu  übergehen,  einen
sehr  grossen  Teil  ihrer  nach  Amerika  gehenden  massenweisen  Handelsbriefe  mit
57,5  °lo  Portogewinn  (zu  8,5  statt  20  Pf.)  aus  England  absenden  zu  lassen,
zum  Nachteile  der  deutschen  Postkasse.“
Erfreulicher  und  übei'raschender  Weise  brachten  nun  die
Berliner  Zeitungen  vom  3.  Dezember  1908  die  Nachricht,  dass
17 )  Vgl.  den  Aufsatz  „Das  transatlantische  Penny-Porto“  von
Arved  Jürgensoha  in  den  „Mitteilungen  des  Handelsvertragsvereins“  1908
(20.  Juli),  8.  102—104  und  .Das  Nahen  des  Welt-Penny-Portos“  (von
demselben)  in  der  „Leipz.  Illustrierten  Zeitung“  1908,  8.  302,  20.  August.
18)  ygp  „Deutsche  Verkehrs-Zeitung“  1908,  S.  407  u.  44ö.
10 )  Ebenda,  1908,  S.  423.
20 )  Henniker  Heaton  trat  in  der  „Woche“  (Berlin)  am  18.  Juli
und  12.  September  1908  in  zwei  längeren  Artikeln  („Zur  Förderung  der
deutsch-englischen  Beziehungen“  und  „AVeltgrosohenporto“)  für  ein  deutschenglisches ­
  Penny-Porto  und  für  das  Penny-  oder  Groschen-Weltporto  ein.
Ed.  Engel  empfahl  in  der  „Frankf.  Zeitung“  („Das  billige  Weltporto“)  am
23.  August  1908  auch  ein  deutsch-amerikanisches  Übereinkommen  und  nach
und  nach  ebenso  Abkommen  mit  anderen  Ländern.
            
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