Full text: Weltporto-Reform

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aus Russland nach Cochinchina: 75 Kopeken; 
aus Österreich nach der Republik Honduras: 84 Kreuzer; 
airs Italien nach Argentinien oder Uruguay (über Belgien): 2,40 Lire. 
Selbst eine Postkarte aus Belgien nach Peru stellte sich 
damals auf 1,50 Franken. 5 * ) 
Mit dem einheitlichen Porto des Weltpostvereins von 
25 Centimes für je 15 g (seit dem 1. Oktober 1907: 25 C. für 
20 g und 15 0. für je weitere 20 g) ist also gegen früher eine 
gewaltige Vereinfachung und Verbilligung geschaffen worden. 
Und nahezu der ganze Erdball nimmt an ihr teil. 
Bis auf die eigene Post des Chinesischen Reiches (vgl. 
S. 297 f.), ferner bis auf die kleinen Himmalayastaaten Nepal und 
Bhutan, bis auf Afghanistan, 0 ) Oman und das unabhängige 
Arabien, die noch unorganisierten Gebiete Mittelafrikas und 
Marokko (vgl. S. 292 f.) sind gegenwärtig ja alle Länder der 
großen W eltpostunion angeschlossen. 
Abessinien (Äthiopien) •— 800 000 qkm mit 8 Millionen 
Einwohnern — hat im August 1908 diplomatisch seinen Bei 
tritt zum Verein erklärt und ihn am 1. November 1908 dann 
vollzogen. 7 ) 
Die grossartige Entwicklung des Weltpostvereins 
gebietes und seiner Bewohnerzahl ersieht man aus den 
nachfolgenden abgerundeten Zahlen (in Millionen): 
Ende 1875: 37 Mill. Quadratkilometer mit 350 Mill. Menschen, 
nämlich: ganz Europa nebst Island und Russisch-Asien, die ganze 
Türkei, Ägypten, Teile Nordafrikas (Algerien), die Vereinigten 
Staaten von Nordamerika mit Alaska. 22 Länder. 
5 ) Vgl. „L’Union postale universelle. Sa fondation et son developp- 
ment“. (Von Hubert Krains.) Lausanne 1900, S. 21 u. 22. 
°) Eine Briefpost und Freimarken sowie ueuerdings auch Briefkasten 
bestehen zwar in Afghanistan, doch der Verkehr mit dem Weltpostverein 
wird bloss durch einen Agenten in Indien (Peschawar) vermittelt, der die 
Weiterfrankierung besorgt. (Vgl. „Deutsche Verkehrs-Zeitung“ 1907, 8.381.) 
7 ) Vgl. „L’Union postale“, 1008, S. 127 u. 192. — Näheres über das 
abessinische Postwesen, seine Freimarken und Portotarife findet man ferner 
im „Archiv für Post und Telegraphie“ 1908, S. 420—422, einiges auch- in 
■der „Deutschen Verkehrs-Zeitung“ 1906, S. 373 f.
	        
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