Full text : Weltporto-Reform

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Als  Erläuterung  der  vorstehenden  Tafeln  I,  II  und  III
sei  Folgendes  bemerkt.
Wir  ersehen  aus  Tafel  I  (S.  36),  wie  überraschend  gross  schon
die  Zahl  der  Postvereine  in  Europa  geworden  ist.  Die  Grenzbezirkspostvereine ­
  ausser  Acht  lassend,  zählen  wir  —  Russland
mitgerechnet  —  14  europäische  JSTachbarpostvereine  von
etwa  22  Ländern,  deren  Vereinsporto  wohlfeiler  ist,  als  das  des
Weltpostvereins  und  dem  Inlandsporto  meist  gleichkommt.  Das
grosse  russische  Reich,  auch  in  Europa  ein  mächtiges  Gebiet
für  sich,  bildet  die  grössere  Hälfte  unseres  Weltteils,  dessen
kleinere  Westhälfte  mit  ihren  20  Ländern,  die  in  Betracht
kommen,  allein  13Wachbarpostvereine  aufweist,  natürlich  abgesehen ­
  von  allen  Kolonialpostvereinen  und  den  Postvereinen
mit  überseeischen  fremden  Staaten.
Von  dem  Gesamtareal  Europas,  9  897  004  qkm  mit
426  Millionen  Menschen,  bleiben  nur  1  219  158  qkm  (12,3  y /o)
mit  93  Millionen  Menschen  (21,9  °/o)  übrig,  die  noch  gar
keineNachbarpostvereine  aufweisen,während  8677846qkm
(87,7  %)  mit  333  Millionen  Menschen  (78,1  %)  die  Summe
der  Gebiete  mit  den  vorhandenen  Nachbarpostvereinen
  darstellen.  Natürlich  bilden  diese  noch  nicht  ein
einheitliches  Postgebiet,  wohl  aber  finden  sich  darunter  sehr
bedeutende  einheitliche  Verein 5 gebiete,  wie  z.  B.  der  skandinavische ­
  Postverein  (811  235  qkm,  10,2  Millionen  Einwohner),
der  deutsch  -  österreichische  Postverein  (1  216  656  qkm  mit
113  Millionen  Einwohnern)  und  das  europäische  Russland  mit
Finnland  (5  377  444  qkm  mit  123,20  Millionen  Einwohnern).
Das  gesamte  russische  Reich  (mit  Sibirien)  aber  bildet
bereits  ein  einheitliches  Postgebiet,  das  mehr  als  doppelt  so
gross  ist,  wie  ganz  Europa  und  5  mal  grösser  als  das  noch  in
so  viele  kleine  Postgebiete  zersplitterte  Westeuropa.
AVenn  alle  diese  Vereinsringe  sich  noch  ein  wenig  vermehren ­
  und  erweitern,  so  müssen  sie  bald  ganz  ineinander
fliessen  zu  einer  einzigen  europäischen  Postgebietseinheit,  einem
seit  50  Jahren  schon  angestrebten  alten  Ziele,  dessen  Verwirklichung ­
  nicht  weiter  hinausgeschoben  werden  darf.
Aber  auch  ausserhalb  Europas  gibt  es  —-  wie  Tafel  II
(S.  39)  zeigt  —  ein  Dutzend  Nachbarpostvereiue.
            
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