EINNAHMEQUELLEN UND FINANZGEBAREN 555
ausschüsse und die „Deposit Contributors‘““ sowie für die Gläubiger oder
Schuldner des Fonds.
Die Art der Aufgaben und der Mechanismus dieser Bank soll nachstehend
wie folgt beschrieben. werden. Zunächst wird der Tarıf der Prämien und
der Reserven und die technischen Grundlagen, auf denen der Tarif errechnet
worden ist, erörtert werden. Dann sollen die eigenen Fonds der Bank,
aus denen sie die von ihr zu verteilenden Mittel entnimmt, besprochen und
zum Schluss die Aufgaben der einzelnen Buchkonten untersucht werden,
welche die wirklichen oder buchmässigen Übertragungen wiedergeben.
Der Tarif
Wie bereits oben gesagt, wird der Tarif für das Kapitaldeckungsver-
jahren bei der Krankenversicherung nach Massgabe einer Morbiditäts-
tafel, einer Sterbetafel und des Zinsfusses aufgestellt. Auf der gleichen
Grundlage werden die Beiträge und die Reserven berechnet.
Der ursprüngliche Tarif von 1912 wurde zunächst gesetzlich auf Grund
vorläufiger Unterlagen festgesetzt. Der Bericht über die Durchführung des
Gesetzes in den Jahren 1912 und 1913 hat dann für die Berechnung des
bis 1926 gültigen Tarifs massgebende Unterlagen geliefert.
Die angewandte Morbiditätstafel (Tafel des Joint Committee, Report
for 1912—1913, 8. 583) ist die Tafel von Watson (Erfahrungen der ‚„„Man-
chester Unity‘ 1893—1897 für die Gesamtheit der Gesellschaft), die in
einzelnen Punkten abgeändert worden ist, um den durch das Gesetz einge-
führten besonderen Vorschriften Rechnung zu tragen.
„) Das Gesetz sieht keine Barunterstützung für die ersten drei Krank-
heitstage vor, während diese in dem Ergebnis der ‚Manchester
Unity“ mitberücksichtigt sind. Infolgedessen musste man die
Sätze der Morbiditätstafel von Watson für die ersten sechs Monate
der Krankheit etwas reduzieren.
Für die Invalidität (Krankheiten, die sich über sechs Monate hinaus-
ziehen) musste man zu Beginn der Versicherung eine besondere
Tafel herstellen, denn die Tafel der „Manchester Unity“ betrifft
eine alte Versicherungsgesellschaft, die unter ihren Invaliden Per-
sonen zählt, die zu verschiedenen Zeitpunkten invalid geworden
sind, während alle auf Grund der „National Insurance Act“
Versicherten. anfangs als voll arbeitsfähig anzusehen sind, weil sie
wirklich in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, ge-
standen. haben müssen.
Die Versicherungsleistungen werden nach dem Gesetz in denjenigen
Fällen der Arbeitsunfähigkeit nicht gewährt, in denen der „Work-
men’s Compensation Act“ (Unfallentschädigungsgesetz) Anwendung
findet. Dagegen wurde in der Periode von 1893-1897, die ungefähr
mit dem gleichen Zeitpunkt abschliesst, in dem das erste Unfallent-
schädigungsgesetz in Kraft trat, auch die Minderung der Arbeits-
fähigkeit infolge Betriebsunfalls durch die Manchester Unity in der
gleichen Weise entschädigt, wie jede durch Krankheit entstandene
Minderung der Arbeitsfähigkeit. Aus diesem Grunde hätte man
also die Sätze der Watsonschen Tafel nochmals herabsetzen müssen.
Andererseits umfassen aber die auf Grund der National Act Ver-
sicherten. zweifellos eine bedeutend grössere Zahl von schlechten
Risiken als die Manchester Unity, so dass man annehmen konnte,
dass sich diese beiden schwer schätzbaren Momente gegenseitig
annähernd aufheben würden und daher die Tafel der Manchester
Unity, obwohl‘ sie eine Anzahl von Unfallerkrankten mitumfasst,
als ein annehmbarer Massstab für die Erkrankungshäufigkeit der
versicherungspflichtigen Bevölkerung dienen könnte.
Ferner hat man zu den in der obenerwähnten Weise abgeänderten
Sätzen der Erkrankungs- und Invaliditätshäufigkeit der Watson-
schen Tafel noch einen einheitlichen Aufschlag hinzugerechnet, um
den verschiedenen Verhältnissen der Versicherungsgesellschaften
und auch einer etwaigen Zunahme der entschädigten Krankheits-
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