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Die. Werksverwaltung hat dem Arbeiterausschuß auch erklärt,
daß sie die Berechtigung dieses Verlangens einsehe und
„lieber heute wie morgen" erfüllen würde- Nur scheint die
Werksverwaltung darauf Wert zu legen, daß auf allen Werken
das Gleiche geschieht.
Ebenso ist die Verwaltung der von Arnimschen Werke inzwischen
den Wünschen der Belegschaft in so weit entgegengekommen,
daß sie vom 1 d, Mts. ab die Schichtzeit zunächst von 12
auf 10 Stunden verkürzt hat.
Bezüglich der Krankenunterstützung teilen wir mit, daß die
in unserer Eingabe vom 18. März angedeuteten beiden Werke im
Oelsnitz-Lugauer Reviere, die die höchsten Krankenunterstützungen
zahlen, die Kaisergrube in Gersdorf und der Steinkohlenbau-Verein
in Lugau sind.
Ergebenst:
Verband der Bergarbeiter Deutschlands,
Bezirksleitungen Zwickau und Lugau-Oelsnitz i. S.
I. A.: Fr. Langhorst.
Für den Gewerkverein christl. Bergarbeiter,
gez- G. Hartmann (Dresden).
Vergütung von Feierschichten.
Auf unsere diesbezügliche Eingabe vom 6. Februar ging
untern! 6. Mai folgende Antwort ein:
„Berlin NW 6, den 6. Mai 1918.
An den Verband der Bergarbeiter Deutschlands.
Die Eingabe vom 6. Februar 1918, betreffend Entschädigung
der Bergleute für Feierschichten, hat mir Anlaß gegchen,
zunächst die tatsächlichen Verhältnisse eingehend zu prüfen.
Nachdem die Ermittelungen nunmehr abgeschlossen sind, erwidere
ich Ihnen ergebenst folgendes:
1. Durch die Bestimmungen des Bundesrats vom 31. Januar
1918 ----- veröffentlicht im „Zentralblatt für das Deutsche
Reich" Nr. 5/18 — ist die Frage der Gewährung von Entschädigungen
an Arbeiter, die infolge Kohlenmangels feiern
inüssen, geregelt. Nach Ziffer 2 dieser Bekanntmachung kommt
die Gewährung von Zuschüssen nur in Betracht, wenn die
Einstellung oder Beschränkung der Arbeit unmittelbar oder
mittelbar durch Kohlenmangcl herbeigeführt worden ist.
Feierschichten infolge Karbidmangels dürften kaum jemals
mittelbar durch Kohlenmangel verursacht sein, weil Karbid. —
zu dessen Herstellung allerdings Kohle gebraucht wird, — stets
in sehr großen Mengen vorrätig ist. Wenn einem Bergwerk
Karbid fehlt, so kann dies nur an der Verteilung liegen.