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hat. Wenn trotzdeni Ueberstunden und Ueberschichten verlangt
und gemacht werden, so haben wir an dem körperlichen Befinden
und an der Behandlung der jungen Leute schon gezeigt, zu
welchen Folgen das führt. Gewiß, es lasseir sich Ueberstunden
und Ueberschlchten nicht ganz vermeiden, aber es mutz alles sein
Matz haben. Wie es damit aber steht, zeigt die kürzlich im
Snargebiet erlassene Anordnung, daß so- und soviel Ueberschlchteu
zu Verfahren sind, keine Woche ohne Ueberschicht. Da
werden die Arbeiter nicht gefragt, kaum, daß es den Arbeiterausschüssen
angedeutet wird; es heißt einfach, es werden dann
und dann Ueberschichten verfahren! Bergarbeiter, die diesem
Befehl nicht nachkommen, werden in Strafe, genommen. Ob
die Bergarbeiter für die Befahrung die Zeit und die Nahrungsmittel
haben, spielt keine Rolle! Da ist es kein Wunder, ioenir
ein großer Teil der Bergarbeiter solche Art der angeordneten
Befahrung abgelehnt hat. Sie sind brö zu 4 Mark und darüber
für ihr Fehlen bei der Ueberschicht bestraft worden. Es ist erklärlich,
daß die Bergarbeiter lebhaft gegen die Bestrafungen
Protestieren und sich den Abzug der Strafgelder nicht gefallen
lassen lvollen. In ihren Reihen ist die Auffassung verbreitet,
daß heute noch die Erklärungen, die aus dem preußischen Bergwerksministerium
stammen, gelten, daß Zwangsmittel, um Ueberschichten
zu erzwingen, gegen Bergarbeiter nicht angeordnet
werden dürfen.
Zur Frage der Ueberschichten möchten wir noch auf folgende
Tatsachen Hinweisen, die das Verfahren von Ueberschichten den
Bergleuten im Saarrevier schwerer niachen, als in anderen Bergrevieren.
Tausende Bergarbeiter wohnen weit von ihrer Arbeitsstelle
entfernt, weit in die Pfalz hinein, im Hunsrück, Bezirk
Trier u. a. Viele von ihnen fahren täglich nach Hause und
verlieren dadurch täglich viele Stunden wegen Bahnfahrt und
Weggängen von den Hcimatstationen nach Hause und^ zurück.
Wenn diese Leute in der Morgenschicht arbeiten und Samstag
abend Ueberschichten verfahren, kommen sie in mehr als drei
mal acht Stunden überhaupt nicht zur Ruhe, lind Sonntags
gehen religiösgesinnte Bergarbeiter zur Kirche, und lvenn sie
einen Acker haben, nachher zur Feldarbeit, die sie in den wenigen
freien Stunden in der Woche auch noch betreiben. Für
diese Leute sind die Ueberschichten eine Plage, und mehr noch
für diejenigen, die die ganze Arbeitswoche in dumpfen Schlafhäusern
liegen, nicht die Bequemlichkeiten eines Familienlebens
genieße» und nur des Sonntags nach Hause kommen, um dort
ihre für sie bereitstehenden Arbeiten zu erledigen. Das geht
jahrein, jahraus so. Vielfach macht sich auch die Bergverwaltung
nichts daraus', die Verlegung von Bergleuten so vorzunehmen,
daß diesen nicht wenig Zeit verloren geht, um nach und von den
Schächten zu kommen. Wir haben Beispiele, wo auch durch