Full text : Wert und Preis

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I.  Der  Begriff  des  Wertes.

läufige  Beziehung  genommen,  z.  B.  die  eines  Brotes  von  bestimmter
Größe  zur  Stillung  des  Hungers.  Durch  Anlegung  dieses  Maßstabes ­
  an  andere  Beziehungen  erhält  man  den  Wert  von  Kleidungsstücken, ­
  Werkzeugen  u.  dergl.,  ausgedrückt  in  Broten,  doch  ist  festzuhalten, ­
  daß  bei  einer  solchen  Ausdrucksweise  die  Brote  und
Kleidungsstücke  nicht  als  bloße  Gegenstände,  sondern  nur  in  ihren
Beziehungen  zu  bestimmten  Bedürfnissen,  also  nur  in  ihrer  Eigenschaft ­
  als  Güter  in  Vergleich  gesetzt  werden.  Das  ist  deshalb
wichtig,  weil  ein  Gut  häufig  verschiedenen  Güterkreisen  angehört,
ein  Vergleich  aber  nur  unter  gleichartigen  Wertträgern  zulässig  ist.
Ein  Güterkreis  entsteht  zunächst  dadurch,  daß  die  Gesamtheit  der
Bedürfnisse  eines  Wirtschaftssubjektes  keine  bloße  Summe,  sondern
eine  geschlossene  Einheit  bildet,  nänilich  den  Bedarf,  innerhalb
dessen  jedes  Gut  eine  gewisse  Rangordnung  erhält,  die  in  deni
Gebrauchswert  zum  Ausdruck  kommt.  Ein  weiterer  Güterkreis  ergibt ­
  sich  aus  den  Anteilen,  welche  die  Güter  an  den  Aufwendungen
von  Arbeit  und  Kapital  beanspruchen,  so  daß  sie  ungleiche  Kostenwerte ­
  erhalten.  Schließlich  werden  die  Güter  mit  fortschreitender
Entwicklung  getauscht,  dieser  Tauschverkehr  vollzieht  sich  aber  auch
in  einem  bestimmten  Güterkreise,  dem  Markt,  und  die  Bedeutung,
die  das  Gut  dort  erhält,  ist  maßgebend  für  seinen  Tauschwert.
Beim  Kostenwert  und  Gebrauchswert  ist  das  Wirtschaftssubjekt  der
Zentralpunkt,  aus  den  verschiedene  Güter,  entweder  solche  der  Produktion ­
  oder  solche  der  Konsumtion  bezogen  werden,  beim  Tauschwert ­
  ist  dagegen  das  Gut  die  Basis,  auf  welcher  die  Beziehungen
zu  einer  großen  Zahl  von  Wirtschastssubjekten  aufgebaut  werden.
Der  Wertbegriff  spaltet  sich  somit  taffächlich  in  dreifacher  Richtung.
Der  größte  Teil  der  Verwirrung  in  den  Werttheorien  ist  auf  die
Verkennung  dieser  Tatsache  zurückzuführen.
Denken  wir  uns  der  üblichen  Betrachtungsweise  gemäß  den
Menschen  zunächst  in  einer  solchen  Isolierung,  daß  er  alles  selbst
erzeugt,  was  er  verbraucht  und  nur  das  verbraucht,  was  er  selbst
erzeugt  hat.  Er  wird  erkennen,  daß  ihm  die  Außenwelt  vielfach
nützlich  (durch  Wasser,  Früchte  usw.),  aber  auch  schädlich  (durch
Sturmwind,  Regengüsse,  Raubtiere  usw.)  sein  kann.  Die  Dinge,
durch  welche  er  die  Außenwelt  seinen  Bedürfnissen  dienstbar  macht,
werden  für  ihn  Gegenstand  planmäßiger  Fürsorge  sein,  werden  erarbeitet ­
  und  gespart,  bilden  also  Gegenstand  wirtschaftlicher  Tätigkeit.
Nach  welchem  Gesichtspunkte  wird  er  nun  die  verschiedenen  Gegenstände,
die  er  verbrauchen  kann,  mit  einander  vergleichen?  Eine  Lehr-
            
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