Full text : Wert und Preis

4.  Der  Gebrauchswert.

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stehenden  beschränkten  Menge  von  Gütern  zu  den  Bedürfnissen  desselben. ­
  Wenn  einem  Menschen  die  Bedeutung  bewußt  ist,  die
1  kg  Brot  als  Nahrungsmittel  für  ihn  hat,  so  kann  er  danach
auch  den  Wert  bestimmter  Mengen  von  Kartoffeln,  Fleisch,
Kleidungsstücken  und  anderen  Gebrauchsgegenständen  abschätzen.
Wenn  er  nun  1  in  Gewebe  -----  2  kg  Brot  setzt,  so  schafft  er  damit
keinen  unmittelbaren  Zusammenhang  zwischen  diesen  Gegenständen,
sondern  erklärt  nur,  daß  1  in  Gewebe  für  sein  Kleidungsbedürfnis
dieselbe  Bedeutung  ausweist,  wie  sie  2  kg  Brot  für  das  Nahrungsbedürfnis ­
  zukommt.  Der  Gebrauchswert  ist  also  verschieden,  auch
zu  gleicher  Zeit  und  im  selben  Wirffchastsgebiet  nach  den  einzelnen
Schichten  der  Bevölkerung,  ja  sogar  unter  den  einzelnen  Individuen,
obwohl  sich  mit  erhöhter  Kulturgemeinschast  eine  stärkere  Nivellierung
vollzieht.  Er  individualisiert  sich  nach  der  Verschiedenheit  in  der
Art  des  Bedürfnisses  und  der  Beschaffenheit  des  Gutes.  Mit  der
Ausbildung  der  Geldwirtschaft  erhält  auch  das  Geld  Gebrauchswert, ­
  freilich  keinen  unmittelbaren,  wohl  aber  einen  mittelbaren
insofern,  als  mit  seiner  Hilfe  jedes  Gut  beschafft  werden  kann.
Der  Gebrauchswert  des  Geldes  ergibt  sich  nun  ebenfalls  aus  den
Beziehungen  zwischen  Gut  und  Bedürfnis;  da  aber  hier  die  Gesamtheit ­
  der  Bedürfnisse,  also  der  Bedarf  in  Betracht  kommt,  der
praktisch  unbegrenzt  ist,  und  bei  Geld  eine  andere  Beschaffenheit
als  die  Menge  privatwirtschastlich  nicht  entscheidet,  so  richtet  er
sich  nach  dem  Nutzungsvermögen,  das  ganz  oder  zum  Teil  aus
Einkommen  und  nur  im  Notfälle  durch  Umwandlung  von  Erwerbsvermögen ­
  (Kapital)  in  Nutzungsvermögen  gebildet  wird,  daher  im
wesentlichen  nach  dem  Einkommen.  Das  Geld  erscheint  dann  in
einer  doppelten  Rolle,  als  Träger  von  Tauschwert  und  von  Gebrauchswert. ­
  Diese  ermöglicht  ihm  die  Tauschsunktion,  denn  nunmehr
kann  das  Wirtschaftssubjekt  aus  seinem  Verfügungsbereiche  solche
Güter  ausscheiden,  die  einen  niedrigeren  Gebrauchswert  haben  als
das  Geld,  und  solche  beschaffen,  die  im  Gebrauchswert  höher  stehen.
Wenn  nun  auch  das  Geld  für  den  Gebrauchswert  keinen  solchen
Wertzeiger  bildet,  wie  für  den  Tauschwert,  so  liefert  es  doch  auch
nach  dieser  Richtung  einen  Anhaltspunkt,  denn  das  Verhältnis  der
Geldmenge,  welche  die  Erwerbung  der  Ware  im  allgemeinen
Verkehr  zum  Tauschwert  erfordert,  zu  der  Geldmenge,  über
welche  das  Wirtschaftssubjekt  verfügt,  oder  kurz  gesagt,  das
Verhältnis  des  Kaufpreises  der  Waren  zum  Einkommen,  bildet
den  Kreuzungspunkt  zwischen  Gebrauchswert  und  Tauschwert,
            
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