4. Der Gebrauchswert.
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20 kg Kaffee, 600 1 Milch, 30 m Tuch, 4 Paar Schuhe usw. verbraucht,
so wird man nicht 1 Paar Schuhe = 150 1 Milch setzen,
weil die Verfügung über Geld die sofortige Beschaffung jeder Ware
ermöglicht und daher nur die Schwierigkeit dieser Beschaffung, in
diesem Falle also bloß der Preis in Betracht kommt. Die Stärke
des Bedürfttiffes nimmi mit seiner Befriedigung allmählich, aber
nicht immer gleichmäßig ab, bis der Sättigungspunkt erreicht ist.
Das Verlangen nach Brot oder Wasser wird mit dem Genusse jeder
Teilmenge geringer, bis es ganz erlischt, um nach einiger Zeit
wieder aufzutauchen. Für den Gebrauchswert wird dieser Wechsel
in der Stärke nur in Ausnahmssällen maßgebend sein, z. B. im
Falle eines Notstandes, eines Elementarereigniffes usw., denn im
normalen Verlauf gleichen sich diese individuellen und zeitlichen
Schwankungen aus. So lange die regelmäßige Güterversorgung
nicht gestört ist, entscheidet auch über den Gebrauchswert nicht der
momentane, sondern der normale Bedarf. Die Satten werden
den Gebrauchswert für Brot nicht verlieren, weil sie wissen, daß
sie später wieder hungrig werden, die Hungrigen werden aber ihren
Gebrauchswert nicht nach ihrem Hungergefühl steigern, weil sie
sich die Nahrungsmittel zu rechter Zeit beschaffen können. Wichtiger
ist die Dringlichkeit des Bedürfnisses, denn der Gebrauchswert kann
sehr hoch getrieben werden, wenn die Bedürfnisbefriedigung nicht
oder nur kurze Zeit aufgeschoben werden kann. Diese Unaufschiebbarkeit
kann sich aber nur beim Nahrungsbedürfnis, in seltenen Fällen
auch beim Wohnungs- und Kleidungsbedürfnis geltend machen.
Die Gebrauchswerte folgen also nicht allen täglichen, ja stündlichen
Veränderungen der Bedürfnisse, sondern stabilisieren sich umsomehr,
je größer die Voraussicht des Wirtschastssubjektes ist. Nach dem
voraussichtlichen Bedarf einer längeren Zeit in verschiedenen Gütern
stellen sich die Gebrauchswerte dieser in ein gewisses Verhältnis,
das sich nicht genau messen, sondern nur vergleichsweise schätzen
läßt. Der Tauschwert bildet das "Niveau, über das die Gebrauchswerte
aller Wirtschaftssubjekte hinausragen, die im Tauschverkehre
befriedigt worden sind oder befriedigt werden können. Die unter
diesem Niveau gelegenen Gebrauchswerte, die wegen ihrer Niedrigkeit
nicht im Tanschverkehre erscheinen, können die künftige Gestaltung
beeinflussen, weil sie eine gewisse Anziehungskraft auf den
Tauschwert ausüben.
Was nun das Verhältnis der Güter zum Gebrauchswert betrifft,
so ist darauf hinzuweisen, daß ein Gut mit Tauschwert auch