1
I.
Oer Begriff des wertes.
1. Die Entstehung des Wertes.
Die wichtigste Voraussetzung der wirtschaftlichen Tätigkeit ist
die Beurteilung, ob und in welchem Maße irgend ein Teil der
Außenwelt geeignet ist, in der menschlichen Seele ein Lustgefühl
zu erzeugen, manchmal auch nur negativ dadurch, daß irgend ein
bevorstehendes Unlustgesühl abgewehrt wird, denn in der Erweckung
solcher Lustgefühle besteht die Befriedigung der angeborenen
und immer neuerworbenen Bedürfnisse, die das Ziel aller wirtschaftlichen
Tätigkeit ist. Das Lustgefühl ist aber rein subjektiv,
denn derselbe Teil der Außenwelt kann in verschiedenen Menschen
sehr verschiedene Gefühle auslösen. Eine Zigarre kann dem einen
Menschen hohen Genuß bedeuten und dem anderen Ekel erregen,
ein naturalistisches Gemälde kann irgendwo sinnliche Gefühle
wecken und anderwärts Gegenstand der höchsten geistigen Befriedigung
sein. Die Menschen sind aber nicht isolierte Einzelwesen,
sondern gesellige Geschöpfe, bei denen Natur und Gewohnheit
dafür sorgen, daß das Gefühlsleben wenigstens bei örtlichen und gesellschaftlichen
Gruppen einen ziemlich gleichartigen Verlauf nimmt, so daß
verschiedene Gegenstände der Außenwelt als Ursache gleicher
Wirkungen erscheinen. Wer auch nicht selbst raucht, der wird
doch nicht bestreiten, daß in seiner Kulturgemeinschaft die Zigarre
als Ursache von Lustgefühlen angesehen wird. Er objektiviert
daher. Gegenstand seiner Beurteilung wird nicht das wandelbare
und unbestimmbare Lustgefühl selbst, sondern der äußere Erreger
desselben, der nun als sein Träger erscheint.
Eine solche Projektion des Lustgefühles aus einen Teil der
Außenwelt ist aber nur möglich, wenn der betreffende Gegenstand
seinen Eigenschaften nach zur Bedürfnisbefriedigung geeignet ist,
also Brauchbarkeit besitzt. Eine Brauchbarkeit kommt vor allem
zahlreichen Naturstoffen und Naturkräften in den mannigfachsten
Kombinationen zu, die schon von der Natur in Form von
Gruntzel, Wert und Preis. 1