Full text : Leben und Lehre des Buddha

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III.  Das  Leben  des  Buddha.

zu  überreden.  Aber  Buddha  stellte  acht  später  näher  zu  besprechende ­
  Bedingungen,  denen  jede  Frau  sich  unterwerfen  müsse.
Nabäprajäxati  und  ihre  Begleiterinnen  taten  dies  mit  Freuden.
Damit  war  der  Nonnenorden  gegründet.  Buddha  verhehlte  sich
aber  nicht,  daß  er  schwach  gewesen  sei  und  einen  Schritt  getan
habe,  der  der  Kirche  nicht  zum  Heile  gereichen  werde.  Er  prophezeite, ­
  wie  erwähnt  (S.  1),  daß  seine  Lehre  statt  1000,  jetzt  nur
500  Jahre  bestehen  werde.  Dies  hängt  zusammen  mit  der  geringen ­
  Meinung,  die  Buddha,  ebenso  wie  sein  Konkurrent  Mahävira,
  von  den  Frauen  hatte.  Die  buddhistischen  Schriften  sind
voll  von  abschätzigen  Urteilen  über  die  Frauen  und  von  Warnungen
vor  ihnen.  Die  Frauen  werden  als  „die  vollständige  Fessel  Näras"
bezeichnet;  es  heißt  von  ihnen:  „Wenn  sie  eine  günstige  Gelegenheit ­
  oder  einen  heimlichen  Ort  oder  einen  passenden  Verführer
fänden,  so  würden  alle  Frauen  sündigen,  sogar  mit  einem  Krüppel,
wenn  sie  keinen  andern  finden."  Oder:  „Alle  Flüsse  gehen  in
Krümmungen,  alle  Wälder  bestehen  aus  Holz;  alle  Frauen  würden
sündigen,  wenn  sie  es  ungestraft  tun  könnten."  Sie  werden  als
das  größte  Hindernis  für  die  Erreichung  des  Mrväna  bezeichnet,
und  die  Gläubigen  werden  ermahnt,  sich  nicht  durch  das  schöne
Äußere  blenden  zu  lassen.  Besonders  die  Mönche  werden  vor  ihnen
gewarnt:  „O  Mönche,  seht  die  Weiber  nicht  an!  Begegnet  ihr  einem
Weibe,  so  seht  es  nicht  an,  habt  acht  und  sprecht  nicht  mit  ihm.  Sprecht
ihr  mit  ihm,  so  denkt:  ,ich  bin  ein  Mönch;  ich  muß  in  der  verderbten ­
  Welt  leben  wie  ein  vom  Schlamme  nicht  besteckter  Lotos'.
Eine  alte  Frau  müßt  ihr  als  eure  Mutter,  eine  euch  nur  wenig
an  Alter  überlegene  als  ältere  Schwester,  eine  jüngere  als  jüngere
Schwester  betrachten."  Das  Zusammensein  und  Sprechen  mit  Frauen
konnten  die  Mönche  um  so  weniger  vermeiden,  als  es  meist  Frauen
waren,  die  ihnen  den  Betteltopf  mit  Nahrung  füllten.  Buddha
hatte  alle  Vorsichtsmaßregeln  getroffen.  Dem  Mönche  war  es  vorgeschrieben ­
  in  das  Haus  zu  treten,  mit  dem  Obergcwande  umhüllt,
den  Blick  gesenkt.  Er  durfte  nicht  lange  verweilen.  Schweigend
soll  er  warten,  ob  ihm  etwas  gegeben  wird;  geschieht  es,  so  soll
er  den  Topf  hinreichen  und,  ohne  der  Geberin  ins  Gesicht  zu  sehen,
empfangen,  was  sie  ihm  gibt.  Dann  umhüllt  er  den  Topf  mit
dem  Obergewand  und  entfernt  sich  langsam  und  schweigend.  Buddha
hatte  aber  vergessen,  daß,  wenn  auch  der  Mönch  den  Blick  senkt
und  schweigt,  dies  die  Frau  nicht  zu  tun  Pflegt.  So  traten  Versuchungen ­
  oft  an  die  Mönche  heran.  Einst,  so  wird  erzählt,  betrat
            
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