Full text : Leben und Lehre des Buddha

Buddha  und  die  Frauen.

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ein  junger,  auffallend  schöner  Mönch  das  Haus  eines  Kaufmanns
und  wurde  von  dessen  junger  Frau  erblickt,  die  sich  in  seine  schönen
Augen  verliebte.  Sie  sprach  zu  ihm:  „Weshalb  hast  du  dieses
häßliche  Gelübde  auf  dich  genommen?  Glücklich  ist  die  Frau,  die
mit  solchen  Augen  angesehen  wird,  wie  du  sie  hast."  Da  riß  der
Mönch  sich  ein  Auge  aus,  nahm  es  in  die  Hand  und  sprach
zu  ihr:  „Mutter,  sieh,  so  ist  es,  ein  häßliches,  blutiges  Stück  Fleisch;
nimm  es,  wenn  es  dir  beliebt.  Ebenso  ist  auch  das  zweite.  Sage,
was  ist  daran  schön?"  Eine  ähnliche  Geschichte  wird  von  der  Nonne
8nbbü  erzählt,  der  ein  Mann  im  Walde  Liebesanträge  machte.
Als  sie  Buddha  ansah,  erstand  ihr  das  ausgerissene  Auge  in  alter
Schönheit  wieder.  Oft  genug  sind  aber  die  Mönche  auch  den  Versuchungen ­
  unterlegen,  wie  dies  die  Texte  zugestehen.  Buddha  selbst
wurde  zweimal  von  jungen  Nonnen  feindlicher  Sekten  auf  Anstiften ­
  derselben  verleumdet.  Seine  Unschuld  kam  aber  glänzend
an  den  Tag.
Wie  neben  den  Mönchen  die  Laienbrüder  (Up  äs  aka),  so  standen
neben  den  Nonnen  die  Laienschwestern  (Upäsikä).  Unter  ihnen
ragt  hervor  „die  große  Laienschwester"  Visakba.  Sie  war  die
Tochter  eines  sehr  reichen  Mannes  in  Ayodhyä  (heute  Oudh)  und
heiratete  nach  8rävasti  den  Sohn  eines  Ministers  des  Königs  Ürasonajit.
  Nicht  weit  von  Srävasti  ließ  sie  mit  enormen  Kosten  für
die  buddhistische  Geistlichkeit  ein  Prachtgebäude  aufführen,  den  Püryäräma
  (Pali  Pubbarama),  „Östlicher  Garten",  der  oft  genannt ­
  wird.  Sie  war  reich  mit  Kindern  und  Enkeln  gesegnet  und
in  8räva8ti  hoch  angesehen.  Während  ihres  Lebens  lieferte  sie  der
Gemeinde  acht  Dinge:  Regenmäntel,  den  Nonnen  Bademäntel,  seit
sie  einmal  gesehen  hatte,  daß  junge  Nonnen,  die  zusammen  mit
Hetären  nackt  badeten,  von  diesen  verhöhnt  wurden,  den  fremden,
ankommenden  Mönchen  Nahrung,  ebenso  den  durchreisenden,  den
kranken  Brüdern  und  den  Krankenpflegern;  ferner  reichte  sie  den
Kranken  Arznei  und  verteilte  täglich  Spenden  von  Reisbrei.  Visäkhä
ist  das  weibliche  Gegenstück  zu  Anäthapindika.
Im  neunten  Jahre  der  Lehrtätigkeit  Buddhas  brach  in  der  Gemeinde ­
  ein  ernstlicher  Zwiespalt  aus.  Als  der  Meister  in  Kausämbi
  weilte,  machte  sich  einer  der  Mönche  einer  Übertretung  schuldig. ­
  Die  Regel  verlangte,  daß  der  Schuldige  sein  Vergehen  öffentlich ­
  bekannte.  Als  der  Mönch  sich  weigerte,  wurde  er  von  der
Gegenpartei  in  den  Bann  getan.  Da  er  aber  beliebt  war,  fand
er  bald  zahlreiche  Anhänger,  die  ihn  für  unschuldig  erklärten
            
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