Metadata: Tote und lebendige Wissenschaft

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auch für mich persönlich nicht einladend, auf eine Verteidigung 
gegen seine Angriffe auf mich einzugehen. Auch habe ich das 
Gefühl, ihm vielleicht nicht ganz gerecht zu werden, wenn ich 
ihn auf Grund einer hingeworfenen Notiz bekämpfe, von der 
kaum feststeht, wieweit er sie selbst ernst nahm. Da dies aber 
von anderer Seite geschah, ist es geboten, in aller Kürze meinen 
Standpunkt festzustellen. Mar Weber sagt in Bezug auf meine 
Unterscheidung von Individualismus und Universalismus in 
methodologischer Hinsicht: 
„Das ungeheure Mißverständnis jedenfalls, als ob eine 
„individualistische" Methode eine (in irgendeinem 
möglichen Sinn) individualistische Wertung bedeute, ist 
ebenso auszuschalten, wie die Meinung: der unvermeidlich 
(relativ) rationalistische Charakter der Begriffs bildung be 
deute den Glauben an das V o r w a l t e n rationaler M o - 
tive oder gar: eine positive W e r t u n g des „Rationalis 
mus". Auch eine sozialistische Wirtschaft müßte soziologisch 
genau so „individualistisch", das heißt: aus dem Handeln 
der einzelnen — der Typen von „Funktionären", die 
in ihr auftreten — heraus deutend verstanden werden, 
wie etwa die Tauschvorgänge durch die Grenznutzlehre . . . 
Denn stets beginnt auch dort die entscheidende empirisch- 
soziologische Arbeit erst mit der Frage: welche Motive be 
stimmten und bestimmen die einzelnen Funktionäre 
und Glieder dieser „Gemeinschaft", sich so zu verhalten, daß 
sie entstand und fortbesteht? Alle funktionale 
(vom „Ganzen" ausgehende) Begriffsbildung leistet nur „V o r - 
arbeit" dafür. . .*)". 
Diese Äußerungen zeigen einerseits, daß mich Mar Weber 
nicht richtig verstanden hat, anderseits, daß er durchaus, mit 
voller Selbstverständlichkeit und Naivität — Individualist ist! 
Mein Gedankengang, auf den sich Mar Weber hier bezieht, 
») S. 9.
	        
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