Haushalten und Unternehmen, II.
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Gebiete für das menschliche Denken fremd. Unser Handeln ist zwar
selber durch einen Organismus determiniert; von dem weiß jedoch
das urwüchsige Denken blutwenig. So bleibt es dem wissenschaft
lichen Denken Vorbehalten, in diese Gebiete, und dann gleichsam
erobernd vorzudringen.
Zum Vergleich nun etwas Ähnliches aus der Alltagswelt; in recht
unverhohlener Absicht ausgewählt. Wenn Sie da z. B. durch ein
Schaufenster blicken, und die Leute hinter dem Ladentisch beobachten,
wie sie Dies und Jenes tun, bald einen Kunden sehr umständlich,
bald einen Reisenden sehr kurz behandeln, dann wieder die Ein
tragung in dicke Bücher machen, eine Sendung empfangen, Waren
e infächern — ein Vielerlei von Geschehen ergibt sich Ihnen da, das
grundsätzlich schon im einzelnen, sicher jedoch im ganzen, in seiner
Gliederung, für Sie verständlich ist. Gleichgültig, wie Sie daraufhin
das Begriffene ausdrücken wollen; ob Sie von „Geschäft“ reden, oder
von «Erwerb“, oder von „Unternehmung“. Jeder von uns, soviel ist
sicher, weiß sich auf dieses bunte Getriebe sofort einen Reim zu
machen. Man braucht da wahrlich nicht erst auf den Nationalökonomen
zu warten, erfreut sich auch so schon einer Einsicht, die gleich bis in
den Kern der Sache vordringt.
So auch, wenn Sie etwa in eine Wohnung blicken, und auch da
erum das vielfältigste Gebaren sehen. Ein und aus von allerlei
und en " Aufstei S en von Rauch au s den Kaminen, Hantieren mit Besen
Un Kochlöffel usw. Auch da wissen Sie natürlich sofort, wieviel es,
ms Ganze beschaut, geschlagen hat; so ginge es eben „bei Schulzens“
er i oder im „Müllerschen Hauswesen“. Der Alltag birgt keinerlei
se m sich 1 Da ist uns Alles so vertraut, daß wir der Voraus-
V ZUn ^ en g ar nicht mehr gedenken, auf denen unser unbeirrtes
^ Geständnis rt *Et. Und es ist doch klar, daß uns solche Wissenschaft
von Natur aus ist, sondern uns durch unser eigenes Handeln
bei ' C * Urc * 1 unser Leben inmitten solchen Getriebes, von Kindes-
oen an. In dieser Richtung geht daher das wissenschaftliche Denken
erobernd vor; zunächst ist es vielmehr in der Lage zu erben.
, * eses Erbe nun, das allem Denken über die Welt des Handelns
zu t, das ist die Alltagskenntnis. Ein Wissen, das schon in
aus Serer Fähigkeit zu handeln enthalten ist, und uns doch wieder nur
unseM) 11 IIandeln selber geworden ist; in jenem tieferen Sinne, wie
Es r en k £n un< ä unser Handeln überhaupt aneinander heranwachsen,
od 1C ^ t a ' 3Gr d * ese Kenntnis der Alltäglichkeit mit keinerlei Definitionen
2u S aUSgearbeiteten Theorien vor; höchstens, daß Einzelnes aus ihr
priichen bündig gefaßt ist. So kommt es vor allem auf das