D, Bekämpfung des Geburtenrüdganges 57
ober drohende Schäbigungen der Sefjundheit. Vielfach wird zugleich den
bedürftigen Kindern eine zwedentjpredhende Fürforge (Schulzahnklinik,
freie ärztlide Behandlung und Arznei, befjere Ernährung) vermittelt. —
Meilten? bejhränkt {ih Heute die Tätigkeit des Schularzte8 auf die VBolls-
(hulen; eine Auzdehnung auf Kinderkrippen und Bewahr]Hulen und viel-
leicht auch auf die gehobenen Schulen würde fich im Intereijfje der Erhaltung
und Stärkumg unferer nationalen Bolfskraft jehr enıpfehlen. Bor allem
aber gilt e3, diele gefundheitlidhe Fürjorge auch in den Keinftästen und den
ärmern Landgemeinden einzuführen. Soweit die eignen Mittel diefer
Gemeinden wegen der geringen Steuerkraft nicht reichen, muß der Staat
Gelfend eingreifen. Das Bedürfnis und die Schwierigkeiten der ärztlidhen
Hürjorge find Hier nicht geringer, fondern leßtere wegen der Entfernung
des Arztes oft noch größer, anderjeits ift die Wirkung jicherer. Das Land
wird in Zukunft wahricheinlig noch mehr al? bisher die nationale LebenS-
quelle bilden, um fo mehr muß dieje gejhüßt und geftärkft werden. .
8 Höchit dankenswerte Hugienijdhe Einrichtung der Schule erfcdheint
das Braufebad. Diefes follte in keiner Schule in Stadt und Land
jehlen. Gier ift e8 meiften? zuagleidh aud Für die Ermachlenen die einzige
Selegenheit der NMeinigung.
Die vorhin aufgeführten Maßnahmen liegen im Rahmen der bisherigen
Eniwiclung unjeres Schulwejen3, nur mit dem Unterfdhied, daß die Koften
der VBollsichule Heute ausichließlidh von Gemeinde und Staat getragen
werben, während die ergänzenden Einrichtungen mehr von gemeinnübigen
Organifationen gefchaffen und verwaltet und auch die Eltern mehr oder
weniger zu den Kofjten (Bezahlung von Schulgeld) herangezogen werden.
Gier drängt die Entwidlung weiter. Die Not des Baterlandes legt uns die
Pilicht auf, uns auch der früheften Jugend fGon vorforgend anzunehmen.
Dies um fo mehr, al3 die gefundheitliden und erziehlichen Sefährdbungen
infolge unferer induftriell-tädtijdhen Entwidhung ftark gewadjen find
So werden die Gemeinden auch die Koften diejer Einridhtungen mehr alä
Bisher auf Jih zu nehmen haben — unter tunlichjter Entlaftung der Eltern.
Zu diefen allgemeinen Maßnahmen konımt dann aber noch die befondere
Kirforge für die kinderreiden Familier. Sie nıuß gleichfamı
automatiich einjeßen bei einer größern Kinderzahl, fo zwar, daß die Bevor-
zugung nichts Befldhämendes Hat, fondern gleichfam als Sffentlidhe An-
erfennung und Notragung einer Dankesthuld erjcdheint. So Knnte be-
jtimmt werden, daß z.B. bei mehr al zwei Kindern (unter 15 Jahren)
jedes Schulgeld entfällt. Wenn Eltern e& troßdem bezahlen wollen, fo
mird diejes diskret entgegengenommen und für arme Kinder verlvendet.
Dasjelbe kann bei Gemährung jreier Lehrmittel gefhehen.
Dabei Halten wir e3 für felbitverftändlich, dak bie Lehrmittel Hir alle Schüler
aleich find.