Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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Die  Tauschurkunde 1  zwischen  dem  Erzbistum  Salzburg  und  dem
Grafen  Alberich  vom  27.  Juni  931  ist  gleichfalls  bereits  früher  erwähnt
worden.  Letzterer  erhielt  eine  Salzstelle  von  Salzburg;  dahingegen
übertrug  er  dem  Hochstifte  die  Eisenerzgrube  am  Gameringberge,  die
nämliche 2 ,  welche  Kaiser  Arnulf  im  Jahre  890  an  Salzburg  übertragen
hatte,  und  welche  inzwischen  durch  eine  der  vielen  von  Salzburg  vorgenommenen ­
  Tauschgeschäfte  in  seinen  Besitz  gekommen  war.  Der
Besitz  jener  Eisenerzgrube  durch  den  Grafen  Alberich  widerlegt  also
das  Bergregal  nicht.
Für  das  Vorhandensein  des  Bergregals  dürfte  die  folgende  Urkunde  3
Kaiser  Heinrichs  I.  vom  Jahre  932  sprechen,  in  welcher  dieser  dem
Kloster  Bovium  in  Belgien  auf  dessen  Besitzungen  „in  Omnibus  quae
possidet“  unter  anderem  „bannum  sanguinem,  reperturam“  überließ.
Das  Wort  repertura  dürfte  hier  den  Sinn  von  Bergwerksgut  und  nicht
den  von  Schatz  haben,  und  zwar  schon  deshalb,  weil  die  Schätze  auf
Gründen  des  Klosters  diesem  auch  ohne  königliche  Verleihung  gehört
haben  würden 4 .
Die  Urkunde  des  Abtes  Volkmar  von  Corvey  vom  26.  Mai  936  wird
allgemein  als  Beweis  gegen  das  Bergregal  aufgefaßt 6 .  Sie  ist  der
Stiftungsbrief  für  das  Kloster  Wester-Groningen,  welches  vom  Grafen
Siegfried  (Segefredus)  gegründet  wurde.  In  demselben  sagt  der  Abt
von  Corvey:
„qualiter  Comes  quidam  Segefredus  nomine  ....  traditit
haereditatem  suam  ad  monasterium  nostrum  in  pago  Hartgo,  in
loco  cujus  vocabulum  est  Westergroningem  sito  juxta  flumen  Bode
h.  i.  ipsam  Ecclesiam  cum  Clericis,  quos  ibi  proprios  habuit  et
metallis.  “
Man  hat  hieraus  geschlossen,  daß  der  Graf  Siegfried  Bergwerke
1  Juvavia,  Anhang  p.  132,  auch  im  Urkundenbuch  für  Steiermark  No.  20
S.  24.
2  v.  Muchar  III  104.
8  Wagner,  Beilage  II  S.  III  aus  Gundling,  Vita  Aucup.  p.  304  und  Du  Fresne,
Gloss.  in  Verb.  Repertura.
4  S.  über  das  Wort  repertura,  rebustara,  rebustura  auch  die  Lex  Romana
Wisigothorum,  Haenel  p.  2x8,  219;  s.  indes  auch  oben  §  18.
6  Waitz,  Deutsche  Verfassungsgeschichte  VIII  217,  Anm.  3.  Grueter,  De
regali  metallorum  jure  in  den  Regesta  Diplomatum  No.  19.  Wagner,  Beilage  II
S.  III.  Vollständig  und  mit  dem  im  Texte  angegebenen  Datum  ist  die  Urkunde
im  Codex  Anhaltinus  von  Heinemann  als  Urkunde  No.  2,  Dessau  1867  bis  1873,
•abgedruckt.  Sie  findet  sich  gleichfalls  vollständig  in  Johann  Georg  Leuckfelds
Antiquitates  Groningenses,  Quedlinburg  1710,  S.  174  ff.
            
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