Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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besessen  hat.  Würde  dies  richtig  sein,  so  hatte  er  diese  vom  Reiche
erhalten,  denn  er  stellte  die  Schenkung  nicht  für  sich  allein  aus,  sondern: ­

„Pro  Rege  Gloriosissimo  videlicet  Heinrico,  cum  Serenissima
Mathilda  et  Regia  Prole  nec  non  et  pro  ipso“  1
Auch  der  Kaiser  hatte  seine  Einwilligung  zur  Stiftung  gegeben.
Der  Besitz  von  Bergwerken  durch  den  Grafen  Siegfried  dürfte  sich
also  mit  der  Annahme  des  Bergregals  wohl  vereinigen  lassen;  indessen
hat  ein  solcher  wahrscheinlich  gar  nicht  stattgefunden.  Um  Wester-Gröningen
  kann  es  nämlich,  außer  Braunkohlen,  die  hier  nicht  gemeint
sein  können,  gar  kein  zum  Bergbau  geeignetes  Mineral  gegeben  haben.
Die  Urkunde  Kaiser  Heinrichs  I.,  durch  welche  Wester-Groningen  dem
Grafen  Siegfried,  noch  nicht  zwei  Jahre  vor  der  Stiftung  des  Klosters,
übertragen  wurde,  erwähnt  der  Bergwerke  nicht 3 .
Die  Urkunde 3  Kaiser  Ottos  I.  vom  Jahre  940  enthält  die  Wiederholung ­
  der  am  17.  Dezember  908  durch  Ludwig  das  Kind  für  Salzburg ­
  über  die  census  in  auro  et  in  sale  ausgestellten  Verleihung.
Jetzt  folgt  die  oft  besprochene  und,  wie  heute  angenommen  wird,
unechte  Urkunde 4  Kaiser  Heinrichs  II.  vom  18.  April  1016  für  den
Grafen  Wilhelm  und  dessen  Mutter  Hemma.  Der  Kaiser  verleiht  denselben ­
  auf  ihren  eigenen  Besitzungen  die  Münz-,  Markt-,  Zoll-  und
Berggerechtigkeit,  letztere  für  Salinen  und  alle  Metalle 5 .  Die  Urkunde
bzw.  deren  Fälschung  kann  nur  durch  die  Annahme  des  Bergregals  erklärt
werden.
Am  12.  Mai  1025  schenkt  Kaiser  Konrad  II.  der  vornehmen
Frau  Adelheid  auf  Anstiften  der  Kaiserin  Gisela  100  königliche  Huben
in  der  Gegend  von  Aflenz 6 ;
„centum  mansos  nostrae  proprietatis  cum  utriusque  sexus  mancipiis
  ....  in  loco  Auelniz  sitos  .  .  .  cum  usu  salis  seu  cum
1  Leuckfeld  S.  174  erklärt  jene  Stelle  des  Schenkungsbriefes  daraus:
„weile  des  Kayser  Heinrich’s  I.  und  seiner  Printzen  Lehns-  und  Herrliche ­
  Consens  zu  der  Verschenkung  des  Wester-Gröningens  an  Corvey
und  Verwandelung  in  ein  Kloster  höchst  von  Nöthen  war.“
3  v.  Heinemann,  Codex  Anhaltinus  No.  1  vom  25.  Juni  934.
3  Juvavia,  Anhang  p.  176  und  oben.
4  Im  Urkundenbuch  für  Steiermark  No.  38  S.  45  ff.
5  „nec  non  et  omnes  fodine  cajuscunque  metalli  et  saline  que  in  bonis  suis
reperientur,  usibus  eorum  subjaceant,  Universum  quoque  jus  ad  imperium  spectans
eis  remisimus  et  ea  proprietati  ipsorum  imperiali  clementia  assignavimus.“
3  Die  Urkunde  findet  sich  im  Urkundenbuch  für  Steiermark  No.  44  S.  53  ff.
und  sonst.
            
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