— 1855 —
Rüben, Zuder, fünftlide Düngemittel, ferner Tabak, Salz, Wein und
Petroleum. Einen jHweren Schlag Hatte der Getreidehandel durch
die Erridhtung der ftaatlidhen Getreidelilos und Umichlageltationen an
der Weichjel erlitten.
Die eingeführten Rohjtoffe verliegen Polen zumeilt wieder als
Vertig „oder Halbfabrikate, daher war bei vielen Stoffen die Ausfuhr
größer als die Einfuhr; fo überftieg 3. B. die Ausfuhr von Metallen
die Einfuhr um 4,3 Millionen Pud, von Metallwaren um 7 Millionen,
von Geweben um 3,7 Millionen Pud jährliH. Man Konnte demnach
Don einem eigentliden reinen Außenhandel Polens bisher nicht Iprecden.
Welde Einfuhrmengen in Polen [elbjt verbraucht wurden, bzw.
welde Ausfuhrmengen aus Polen ftammten, ijt nit feitzujtellen.
Lebtere werden mit Ausnahme von Kohlen, Erzen und landwirtihaft-
liden Erzeugniffen geringfügig fein.
Nach einer Statiftik des deut[H-ruffijden Vereins betrugen die
Einfuhr und Ausfuhr Bolens im Jahre:
bie Einfuhr 1900 1912
aus Deutfhland . . . . 100 Millionen Rubel 206 Millionen Rubel
„ DeiterreidhsUngamm . 20 „ 23
te Nusfuhr
nad Deutihland . ... 91 „ # 168 „ „
Deiterreidh-Unaarn - 8 # 28 . u
Die Steigerung der deutfjhHen Einfuhr dürfte vor allem in Ma-
iOinen und eleftrilden Anlagen beitehen und ging zum aröhten Teil
auf Kolten Englands.
m DVergleid zu Rußland, wo auf 1000 Quadratwerft nur
10,7 Werft Eijenbahnen kommen, it Polen reid an Eijenbahnen,
zirfa 22km auf 1000 qkm; auf 1000 Seelen zirka 23.3 km. Insaelamt
hat Polen 2796 km Eifjenbahnen.
Obwohl jedody Polen Kukland gegenüber bevorzugt er[heint,
reihen die Eifjenbahnen bei weitem nidHt aus, den Bedürfnijlen des
Landes genügend Nedhnung zu tragen. Die Anlage der Bahnen erfolgte
ausfehließlid im ftrategijlden und politilden Interelfe ohne Rüdlicht
auf die wirtfHaftliden Bedürfniffe. Die Indujtrie mußte fig daher
nach) den vorhandenen und bzw. entjtehenden Bahnen richten, nicht
wie in anderen. Ländern die Eilenhahnen nah den vorhandenen
Sndultrien.
Bon den Eijenbahnverbindungen führten 8 Linien nad Deut]h-
land, und zwar über Srajewo— Mlana— Xhorn— Kali}z— Herby—
Sofnowiece— Mnyslowig, und nur ein Übergang nach Ölterreih-Ungarn
hei Giranica.