Full text: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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„Retinemus enim domui nostrae in bonis eorum, omnes lacus, 
castores, Venas salis, auri argentique fodinas et omne genus 
metalli praeter ferrum, ita tarnen ut iuventor auri sive in cujus 
bonis inventum fuerit, jus habent quod in terra ducis Silesii in 
hujus modi talibus est concessum: inventor autem argenti sive is 
in cujus agris inventum fuerit jus fribergense in ejus modi inventione 
habeat in perpetuum.“ 
Aus den Worten „retinemus“ ergibt sich, daß der Orden das 
Bergregal schon besessen hatte; aus den Worten „in bonis eorum“ und 
„in cujus bonis inventum fuerit“ usw., daß dieses Regal sich auch auf 
die Metalle unter fremdem Grund und Boden erstreckte. Die Stelle 
ergibt ferner, daß auch der Orden sein Bergregal nicht in der Weise 
ausübte, daß er für eigene Rechnung Bergbau treiben ließ. Vielmehr 
gestattete er allen, Bergbau zu treiben; dabei sollten wegen der besonderen 
Art des Bergbaues Finder und Grundeigentümer beim Goldbergbau die 
nämlichen Rechte haben wie in Schlesien, und beim Silberbergbau die 
nämlichen Rechte wie in Freiberg. 
Es ist endlich auch erweisbar, daß der deutsche Orden von den 
deutschen Königen mit dem Bergregale belieben war. Kaiser Friedrich II. 
erteilte nämlich im März 1226 dem deutschen Orden das Bergbaurecht 
im Kulmischen Lande, wie in dessen übrigen preußischen Besitzungen: 
„Liceat insuper eis per totam terrara . . . thelonia ordinäre, nun- 
dinas et fora statuere, monetam cudere, fodinas et meieras auri, 
argenti, ferri et aliorum metallorum ac salis que fuerint vel in- 
venientur in terris ipsis possidere perhenniter et habere“ h 
Übrigens war auch sonst in den Gegenden des heutigen Preußen 
das Bergregal der Kaiser damals ebenso anerkannt, wie es Sitte war, 
daß die Kaiser darüber zugunsten der Geistlichkeit verfügten. Es wird 
z. B. in einer Anlage VI. zu den Seiten 404 und 413 im ersten Bande 
der Geschichte Preußens von Voigt eine Verleihung Kaiser Heinrich VI. 
vom Jahre 1196 mitgeteilt, in welcher er dem Bischof von Livland: 
marchiam unam per totum ejus episcopatum per Livoniam videlicet 
et Lettiam Lehale et terras maritimas 
überträgt mit dem Hinzufugen: 
eundem ipsi principatum jure aliorum principum munificentia regali 
concessimus Dantes ei potestatem faciendi monetam et fundandi 
1 Historia Diplomatica Friderici Secundi par Huillard-Breholles. Parisiis 
1852, tom. II pars I p. 549 sq.
	        
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