Full text : Ueber Betheiligung der Arbeiter am Unternehmergewinn

Ueber  Gewinnbetheiligung  der  Arbeiter.

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Messer  gedroht.  Dagegen  erklärte  Herr  Briggs  össentlich  (Transactions
of  the  national  association  for  the  promotion  of  social  science,  Manchester ­
  meeting  1866  p.  7o3),  daß  seine  Firma  die  Arbeiter  stets  auf
das  liberalste  behandelt  habe  und  mit  Eifer  für  ihr  Wohlergehen  bestrebt
war.  Die  sich  stets  mehrenden  Unannehmlichkeiten  und  Verluste  veranlaßten
endlich  die  Herren  Briggs  im  Jahre  1865  ihr  Geschäft  einer  Acnengesellschaft
  zu  übertragen.  Bon  den  ausgegebenen  Actien  behielten  sie  zwei  Drittel
in  der  Hand  und  boten  das  letzte  Drittel  dem  Publikum  an,  _  indem  sie  besonders ­
  ihre  Beamten  und  Arbeiter  aufforderten,  sich  an  der  Zeichnung  zu  betheiligen. ­
  Es  wurde  bestimmt,  daß,  sobald  der  sich  herausstellende  stützen
10  Procent  des  eingelegten  Capitals  übersteigen  würde,  alle  Geschäftsführer,
Agenten  und  Arbeiter  des  Etablissements  die  Hälfte  des  Gewinnüberschusses
als  Bonus  erhalten  sollten  und  zwar,  daß  derselbe  im  Verhältniß  ihrer
respectiven  Löhne  während  des  abgelaufenen  Jahres  zur  Vertheilung  gelange. ­
  Die  andere  Hälfte  sollte  die  Dividende  des  Capitals  erhöhn.
Nach  mancherlei  Schwierigkeiten  und  nachdem  das  Mißtrauen  der
Arbeiter  gebrochen  war,  hat  das  so  gegründete  Unternehmen  günstige  Erfolge ­
  gehabt;  die  Dividenden  betrugen  1866—14  Proc.,  1868  —17  Proc.
und  sollen  sich  in  den  letzten  Jahren  gleich  gut  '  gestaltet  haben  Das  Verhältniß ­
  zwischen  Arbeitgebern  und  -Nehmern  wird  als  ein  vollkommen  zufriedenstellendes ­
  geschildert.  Wie  viel  Actien  in  Besitz  von  Arbeitern  gelangt
sind,  ist  nicht  ersichtlich.  —  Dies  Resultat  wäre  als  ein  sehr  ermuthigendes
zu  betrachten,  wenn  nicht  mannigfache  Bedenken  zu  erwägen  wären.  Zunächst
ist  der  Kohlenban  vielleicht  das  günstigste  Gewerbe,  bei  dem  sich  die  Industrial
partnership  mit  Nutzen  einführen  läßt.  Die  Arbeitskosten  nehmen  den  bei
weitem  größten  Theil  der  gesammten  Productionskosten  ein,  die  Arbeit  selbst
ist  einzig  dem  guten  Willen  der  Einzelnen  überlassen,  welche  durch  Förderung
besonders  großer  Kohlenstücke,  durch  möglichste  Vermeidung  von  Abfall  den
Werth  des  Productes  nicht  unwesentlich  erhöhen  können;  die  Thätigkeit  des
Unternehmers  ist  eine  äußerst  untergeordnete,  der  Absatz  der  Producte  ist
vorgeschrieben,  auf  eine  gewisse  räumliche  Nähe  beschränkt;  kurz  wir  haben
hier  alle  Moinente  vereinigt,  welche  eine  günstige  Wirkung  der  industrial
partnership  versprechen  lassen.  Dennoch  darf  nicht  außer  Acht  gelassen
werden,  daß  auch  in  dieser  Branche  die  früher  erwähnten  Mißflände  zu  Tage
treten  können  und  wohl  nicht  ausbleiben  werden,  sobald  die  günstige  Conjunctur
  in  eine  ungünstige  umschlägt.  Die  Dividende  wird  schmäler  trotz  derselben ­
  Anstrengung  und  Aufmerksamkeit,  wie  früher,  Entlassungen  werden  von
den  Arbeitern  schwerer  als  in  gewöhnlichen  Fällen  gefühlt  werden,  weil  sie
gewohnt  waren,  sich  gewissermaßen  als  Miteigenthümer  des  Unternehmens
zu  betrachten  itnb  nun  gleichsam  aus  ihrem  eignen  Besitze  verdrängt  werden  ;
die  Inhaber  von  Actien  finden  sich  im  Besitze  ertragloser  Papiere.  —  Die
Institution  der  Herren  Briggs  hat  trotz  ihres  Prvsperirens  unter  den  zahlreichen ­
  Besitzern  gleicher  Werke  in  ihrer  Nachbarschaft  und  anderen  Gegenden
keine  Nachahmer  gefunden.
Diese  Erscheinung  ist  nicht  unwesentlich;  denn  ich  kann  nicht  glauben,
            
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