Diese Ufer, mochte sie auch noch dichter Morgennebel
umhüllen, waren die Ufer empirischer Wissenschaft,
nicht etwa die einer politischen Tendenz. Und
man steuerte, zwar gewiß nicht immer ganz gerade,
in richtigem Gefühl auf sie los. Freilich, um das
sagen zu können, darf ich jene Arbeiten nicht im
Geiste eines feindlichen Advokaten und auch nicht
mit einer metaphysischen Brille lesen. Aber um das
sagen zu können, brauche ich mich über keine der ja
selbstverständlichen Unvollkommenheiten zu täu
schen, die in hundert Jahren auch an unserer Arbeit
(vielleicht schon früher) erkannt werden müssen —
mögen die, die nach uns kommen, generöser mit uns
verfahren als wir mit denen, die uns im endlosen
Heereszug der Forschung vorangegangen sind! Diese
Unvollkommenheiten waren zum Teil durch den Be
sitzstand an Material, zum Teil durch die Neuheit der
Probleme gegeben. Prinzipielle Verirrungen,
abgesehen von der Teleologie und dem Glauben an
die Möglichkeit eines wissenschaftlich beweisbaren
Sollens, vermag ich nicht zu sehen. Abgesehen von
dieser Verirrung haben die von damals die Leistungs
fähigkeit wissenschaftlicher Analyse wohl über
schätzt, noch mehr die Bedeutung mancher ihrer
Prinzipien, doch war ihr Weg nicht einfach falsch.
Gewiß stürmten sie mitunter gegen Festungen, die
überhaupt oder für damals uneinnehmbar waren, und
diese Feldherren des Gedankens, die sich alles erst
selbst schaffen mußten, büßten ihre Kühnheit mit
schweren Verlusten. Aber ihre Niederlagen waren
eben napoleonische Niederlagen und es geziemt uns