I. Geschichte und Entwicklung- des Kartellwesens.
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Der deutsche Bergbau, insbesondere der Kohlenbergbau,
hat seit Ende des letzten Jahrhunderts eine besonders glänzende
Entwicklung zu verzeichnen. Sein Vorhandensein und
seine Ausdehnung begünstigten, ja ermöglichten teilweise erst
den 'wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands.
Die deutsche Montan- und Eisenindustrie, die bedeutendste
Industrie Deutschlands, ist zum größten Teile kartelliert,
weshalb einige statistische Mitteilungen über Produktionsmengen
und über die Zahl der beschäftigten Arbeiter
in dieser Industrie angegeben werden sollen. Die Höhe der
Produktion und die hohe Zahl der Arbeiter ergibt ohne weiteres
die große soziale Bedeutung der Kartelle, und zwar
nicht allein für diese Industrie, sondern wegen des Umfanges
und der Wichtigkeit derselben auch für unser gesamtes
Wirtschaftsleben.
Die Steinkohlenförderung in Deutschland 1 ) und die Zahl
der mit dieser Förderung beschäftigten Arbeiter hat wohl
von allen Industrien die bedeutsamste Steigerung aufzuweisen
: * 2 )
Jahr
Zahl der Zahl der
Betriebe Arbeiter
Förderungen Wert in
in Tonnen 1000 Mark
1884
467
214 728
1890
425
262 475
1895
829
303 937
1900
338
413 693
1901
336
448 000
1902
326
451 187
1903
330
470 305
1904
324
490 604
1905
331
493 308
1906
322
511 108
1907
313
545 330
1908
314
590 991
1909
57 233 900
298 800
70 237 800
538 044
79 169 300
538 895
109 290 250
966 065
108 539 400
1015 254
107 473 900
950 517
116 637 800
1 005 153
120 816 500
1 033 861
121 298 600
1 049 980
137 117 900
1 224 581
143 185 900
1 394 271
147 671 100
1 621 887
148 966 000
1 519 669
Von allen Bundesstaaten verfügt das Königreich Preußen
allein über mehr als 9 / 10 der deutschen Steinkohlen-.förderung.
Deshalb verdient die Entwicklung des Steinkohlenbergbaues
in Preußen besonderes Interesse. Seinen
Aufschwung kennzeichnet nachfolgende Tabelle 3 * ):
*) einschließlich des in den deutschen Zollverband einbezogenen
Großherzogtums Luxemburg.
2 ) Statistisches Jahrbuch.
3 ) Nach H. Imbusch, Arbeitsverhältnis und Arbeiterorganisation
usw., p. 2.