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nicht hat an Abzehrung sterben lassen, wie es sonst hätte ge
schehen müssen. Ja ihr Lebenslämpchen ist infolge ihres Eintrittes
in das Syndikat noch einmal aufgeflammt. Sie bestrebten
sich »ihre Anlagen technisch zu vervollkommnen und auszubauen«,
tiefere Sohlen aufzusuchen und die Kohle besser zu verarbeiten 1 ).
Betrachten wir dieses Streben einmal näher.
Zum Abbau mit Bergeversatz (anstatt Pfeilerbau) sind die
Werke im Süden allgemein nicht vorgeschritten, trotzdem er die
Betriebe rentabler macht. Ferner befördert der alte Vertrag des
Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats das Abteufen oder das
Einrichten von Förderschächten (sog. Syndikatsschächte, die uns
später noch beschäftigen werden), weil die Zechen sich hierdurch
eine grössere Beteiligungsziffer verschaffen konnten. Dies war
ein Nachteil für die südlichen Zechen. Denn taten sie es auch,
so ward relativ zur Produktion viel zu viel Kapital investiert und
damit die Kohle weiter verteuert. So ist es wohl erklärlich, dass
sich »die kleinen Zechen hinsichtlich Erlangung höherer Beteili
gungsziffern zurückgesetzt« fühlten 2 ).
Es finden sich also im Syndikat Werke mit oft nicht mo
derner Technik, mit hohen Selbstkosten und mit geringen Felder-
komplexen. Aber auch wenn diese Anlagen vollkommen neu
zeitlich ausgerüstet sind, müssen sie mit höheren Selbstkosten
arbeiten, »weil die kostspieligen, zur Erreichung der Kohlenlager
stätten erforderlichen Aufschlussarbeiten sich auf eine geringere
Kohlenmenge verteilen, damit wird die Lebensdauer der einzel
nen Bausohlen kürzer und in viel rascherer Folge die Vorrichtung
neuer Sohlen erforderlich, was wiederum die Verstärkung oder
Erneuerung der Förderanlagen etc. rascher bedingt als bei Zechen
mit grossem Felderbesitz« 3 ).
Eine solche in wirtschaftlicher Hinsicht vernichtende Kritik,
die bewusst und ostentativ auf die durch nichts zu beseitigende
Unterlegenheit der südlicheren Zechen hinweist, ertönt immer stärker
aus den Kreisen der unter gleichem Dache Sitzenden. Obige
Ausführungen sind ja ihre eigenen Worte.
Wie ist diese Härte, die im Hinweis auf die Unwirtschaft
lichkeit eines Teiles der im Kartell befindlichen Betriebe liegt,
zu erklären, da doch im Wesen des Kartells das Mitleid für An-
1) Kartellrundschau I. 334.
2) Kartellrundschau I. 334.
3) Jahresbericht des Bergbauvereins 1903. I. 7.