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namentlich der anderen Gemeinden zueinander. Der Hauptanteil an
dem Gesamterträgnis in den Provinzhauptorten Mittelitaliens entfällt
auf Rom: 565000 von rund 818000 L. In den anderen (kleineren)
Gemeinden ist die durchschnittliche Prokopfbelastung in Mittelitalien
doppelt so hoch wie in den Provinzhauptorten. Die auffallend unter
schiedliche Gestaltung der Kopfquoten in Nord- und Mittelitalien
(1,41 gegen 0,40 L.) läßt darauf schließen, daß im letzteren Teile,
wo die Landwirtschaft im allgemeinen extensivere Bewirtschaftungs
formen aufweist, der Yiehsteuer eine viel größere Bedeutung zukommt
als in dem intensiv bewirtschafteten Norden.
3. Dieses Ergebnis wird bestätigt, wenn wir das Verhältnis der
Gemeinden, die die Yiehsteuer erheben, zu ihrer Gesamtheit in den
einzelnen Gebietsteilen untersuchen.
Ihre relative Häufigkeit in den einzelnen Compartimenti
(d. s. größere geographische Gebiete) und Landesteilen in den
Jahren 1899 und 1907 ergibt sich aus der Übersicht ’) auf S. 187.
Die Yiehsteuer (einschließlich der Zug-, Reit- und Saumtier
abgaben) ist hiernach in den einzelnen Gebietsteilen des Königreiches
sehr ungleichmäßig verbreitet. Während 56,9 °/ 0 der Gemeinden im
ganzen Königreich sie i. J. 1907 angewendet haben, steigt diese Quote
in Mittelitalien auf 82 °/ 0 und fällt in Norditalien auf 46,5 °/ 0 . Fast
alle Gemeinden erhoben sie in den Marken, in Umbrien und in Latium
(620 von 627), während ihre Anwendung in der Lombardei, in Yene-
tien, Piemont und Toskana auf eine Minderheit von Gemeinden be
schränkt ist. Fast ganz verschwunden sind die Abgaben, zufolge des
oben genannten Gesetzes von 1904, in Basilicata. Auch in Oalabrien,
wo sie vorher sehr in Anwendung waren, ist die Zahl der Gemeinden,
die sie erheben, erheblich gefallen (zufolge des Gesetzes von 1906),
ebenso, wenn auch in geringerem Maße, im übrigen Süditalien und
auf Sardinien (Ges. v. 15. Juli 1906!). Dagegen hat die Besteuerung
im mittleren Teil, mit Ausnahme der Marken, und noch mehr im
nördlichen an Zahl der Gemeinden gewonnen.
4. Im Jahre 1911 erbrachte die Yiehsteuer die reichsten Erträg
nisse in Ravenna mit 326 359 L., in Rom mit 312 623 L., in Ferrara
158194 L., in Faenza 108 712 L., während sie in den übrigen Ge
meinden nicht 100000 L. ergab. Die Einnahmen aus den Zug-,
l ) Berechnet nach den Ergebnissen der Bilauci eomunali per 1’ 1899, S. LXXXIY
u. der Statistica solle flnanze eomunali per 1’ 1907, I.