Object: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Vin Vorwort des Uebersetzers und Bearbeiters. 
haben, bezw. über die Goldwährung, den Bimetallismus und die Silber 
währung gemacht. 
Ueber die Währungsfrage haben wir uns ziemlich ausführlich verbreitet, 
jedenfalls viel ausführlicher, als es Devas gethan hat. Die Lage in Eng 
land, wo die Goldwährung trotz der theoretisch wohlwollenden zeitweiligen 
Resolutionen des Parlaments zu Gunsten des Bimetallismus — wie es deren 
eine soeben im März 1896 wieder einmal beschlossen hat — fest begründet ist 
und zäh festgehalten wird, bot allerdings geringern Anlaß zu derartigen Er 
örterungen, als das Hin- und Herwogen des Kampfes um die Währung, wie 
es in Deutschland stattfindet. Auf Grund der Thatsachen konnten wir uns, 
wie die Verhältnisse gegenwärtig liegen, nur zu Gunsten der Goldwährung 
aussprechen. Es liegt nns aber ganz und gar ferne, die gewichtigen Gründe 
zu verkennen, welche aus der dermaligen Nothlage namentlich auch der deut 
schen Landwirtschaft gegen die Goldwährung hergeleitet werden. Nur will 
uns bedünken, es sollte den Landwirten und den andern Bevölkerungsschichten, 
welche durch die Währung wirklich benachtheiligt sind, lieber auf andere Weise 
geholfen werden als dadurch, daß die gesamte Einwohnerschaft des Staates 
infolge einer schwankenden Währung in Mitleidenschaft gezogen würde. Glaubt 
man denn im Ernste, daß es die verschiedenen Staaten über sich bringen 
werden, sich über ein von allen anzuerkennendes gegenseitiges Verhältniß von 
Gold und Silber zu einigen? Glaubt man dies, nachdem die Berliner Con- 
ferenz über die internationale Regelung der Arbeitsverhältnisse vollständig er- 
gebnißlos geblieben ist und bleibt? Man gewähre also der landbautreibenden 
Bevölkerung andere Begünstigungen, namentlich Steuererleichterungen, Sub 
ventionen, welche die Verbesserung der Betriebsmethoden zur Folge haben, und 
die Möglichkeit, nicht nur billig verzinsliche, sondern auch gegen plötzliche Kün 
digung gesicherte Geldkapitalien ju erhalten. So wird ihr gründlicher ge 
holfen werden, als durch eine von der Doppelwährung zu gewärtigeude Preis 
steigerung ihrer Erzeugnisse, welche durch die Schädigungen, die eine derartige, 
starken Schwankungen ausgesetzte Währung andern Bevölkerungskreisen zu 
fügen muß, und durch die unvermeidliche Minderung der Kaufkraft vieler 
Konsumenten zum guten Theile wieder wett gemacht werden würde. Uebrigens 
sind die Aussichten auf einen Sieg der bimetallistischen Strömung durch die 
sich gegenwärtig vollziehende Einführung der Goldwährung in Rußland aber 
mals beträchtlich vermindert worden. Angesichts dieser Thatsache und des 
Fortschreitens der aus die Durchführung der Goldwährung in Oesterreich- 
Ungarn gerichteten Maßregeln gewinnt die ganze Discussion über diese Frage 
einen mehr theoretischen Charakter. Möchte dieselbe sich diesen Umstand zu 
nutze machen und mit größter Umsicht und Tiefe geführt werden, damit ein 
so eminent wichtiges, mit den weittragendsten Folgen verknüpftes Problem
	        
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