Full text : Grundlinien unserer Handelspolitik

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sterium,  Wien  1913,  entnehmen.  Darnach  betrug  die  Einfuhr,  Ausfuhr  und
der  Gesamthandel  im  Jahre  1910  in  Millionen  Kronen:

Einfuhr

Ausfuhr

Gesamthandel

1.  Großbritannien  ....

.  13.822-4

10.355

24.177-4

2.  Deutsches  Reich

.  10.542-3

8.820-1

19.362-4

3.  Vereinigte  Staaten  von

Nordamerika

.  7.367-8

9.946-3

17.314-7

4.  Frankreich

.  6.886-4

5.984-4

12.870-8

5.  Niederlande

6.4351

5.215-4

11.650

6.  Belgien

.  3.902-6

3.103-5

7.006-1

7.  Rußland,  europ

.  2.765-3

3.695-2

6.460-5

8.  sterrei  ch-U  n  q  a  r  n  .

.  2.852-9

2.418-6

5.271-5

9.  Italien

3.116-1

1.996-8

6.112-9

Entwicklung  des  Gesamthandels  d  i  e
1  90  6/1  91  0:
in

s  e  r  Staaten
Millionen  Kronen

im  Jahrfünft

1906

1910  d.  i.

eine  Zunahme  von

England

.  .  21.614-5

24.477-4

11-9°/°

Deutsches  Reich

.  .  16.964-4

19.362-4

14-7  %

Vereinigte  Staaten  von

Nordamerika  ....

,  16.146-8

17.314-7

7*2  °/

Frankreich

,  .  10.457

12.870-8

23  %

Niederlande

.  .  9.153

11.650-5

27-2  %

Belgien

.  .  4.833-8

6.460-5

33-6  %

Rußland

,  .  5.681-6

7.006-1

23-3%

Österreich-Ungarn

.  .  4.721-3

5.271-5

11-6%

Italien

.  .  4.271-4

5.112-9

19-6%

Aus  diesen  Tabellen  ersehen  wir,  daß  O  st  e  r  r  e  i  ch-U  ngarnzuden
größten  Handelsstaaten  der  Welt  gehört.  Vernmg  es  sich  auch
nicht  mit  den  Weltreichen  der  Engländer,  Russen  und  Amerikaner  zu  messen,
bleibt  es  auch  hinter  den  Seefahrerstaaten  Deutschland,  Frankreich,  Niederlande ­
  usw.  zurück,  so  können  wir  dennoch  mit  berechtigtem  vaterländischen
Stolze  darauf  hinweisen,  daß  Österreich-Ungarn  ohne  den  geringsten  Kolonialbesitz, ­
  mit  einer  im  Verhältnis  zu  den  anderen  Staaten  ganz  geringen  Meeresküste, ­
  also  ohne  die  gewaltigen  Hilfsmittel  der  genannten  Handelsstaaten,
in  der  Weltwirtschaft  und  im  Welthandel  seinen  Platz  ehrenvoll  behauptet.
Industrialisierung  und  Außenhandel.
Von  besonderer  Bedeutung  ist  für  uns  die  U  m  schichtn  n  g,  welche  sich
in  unserem  Außenhandel  zuungunsten  der  Landwirtschaft  und  zugunsten  der
Industrie  ergab.  Während  noch  im  Jahre  1890  die  Ausfuhr  von  R  o  h  st  o  f  f  e  n
aus  Österreich-Ungarn  (im  Werte  von  775  Millionen  Kronen)  die  Rohstoff-Einfuhr
  (662  V  Millionen  Kronen)  um  mehr  als  100  Millionen  Kronen  übertraf,
war  im  Jahre  1910  die  Ausfuhr  von  Rohstoffen  (817-6  Millionen  Kronen)
gegenüber  der  Einfuhr  (1831  Millionen  Kronen)  um  mehr  als  eine
M  i  11  i  a  r  d  e  K  r  o  n  e  n  n  i  e  d  r  i  g  e  r.  In  dieser  Verschiebung  erkennt  man
schon  die  gewaltige  Steigerung  des  Bedürfnisses  nach  Rohstoffen  für  "die
inzwischen  hoch  entwickelte  Industrie.  In  derselben  Zeit  stieg  die  Einfuhr  von
            
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