Vor allein wird cS auch nötig sein, daß auch die Länder keine
eigene Eiufuhrpolitik betreiben und zur Überzeugung gelangen, daß
nur ein Vorgang nach einheitlichen Grundsätzen möglich ist, da jede
Schädigung der gesamten staatlichen Interessen am Schlüsse auch die
Ländcrinteressen in Mitleidenschaft zieht.
Meiner Meinung nach sind also die großen staatlichen Einkaufs-
organisationen bis auf weiteres aufrechtzuerhalten. Neben ihnen soll
der private, allerdings überwachte Handel in freier Konkurrenz bestehen
können, soweit cs die allgemeinen Interessen zulassen. Im Laufe der
Zeit wird es sich dann erweisen, ob und in welchem Zeitpunkte der
staatliche Einkanfsapparat entbehrt werden kann. Die in jüngster Zeit
zutage tretenden Bestrebungen großer Konsumentenorganisationen, die
dahin zielen, unter Ausnutzung ihrer Beziehungen NahrungSmittel-
kreditc im Auslande zu in Zwecke einer Art gcmeinwirtschaftlicher Ein
fuhr zu beschaffen, sind jedenfalls unterstütznngswürdig.
Ich weiß sehr gut, daß die hier vorgetragenen Anschauungen
von vielen unter Ihnen nicht geteilt werden. Die Verhältnisse, unter
denen wir leben, stellen eine der ungeheuerlichsten Krisen der Mensch
heit dar, sie finden in der Geschichte kaum ihresgleichen, und kein
Mensch vermag vorauszusehen, zu welchen Formen das wirt
schaftliche Leben gelangen wird. Niemand vermag das Ziel der
Entwicklung vorauszusagen. Eben deshalb erscheint eS auch unmöglich,
die unbedingte Treffsicherheit der einen oder der anderen Anschauung
zu behaupten, eben deshalb erscheint es auch gerechtfertigt, daß jeder
Schritt, der cbcuso leicht zum Heile als zum Unheilc führen kann,
gewägt nürd, bevor er gewagt wird. Aber eines darf und sollte einem
von der ungeheueren Verantwortlichkeit seiner Tätigkeit durchdrungenen
Manne jedenfalls nicht bestritten werden: Der ernste und ehrliche Wille,
das Beste für sein Volk zu wollen.
Ich mochte zum Schlüsse noch einige Worte sagen über eines
der allerschwersten Probleme der Eruähruugspolitik, das ist die Frage
der Lebensmittelpreise.
Ich kann im Rahmen dieses Vortrages naturgemäß nicht eine
eingehende Untersuchung über die Preispolitik. während des Krieges,
über die Rückwirkung der Devalvation unserer Währung ans die
Lebensmittclpreise und die sonstigen Ursachen der Teuerung anstellen.
Ich muß mich daher auf einige kurze Bemerkungen beschränken.
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