Full text : Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russisch-Polen und dem Deutschen Reiche und die sich daraus für den Friedensschluss ergebenden Folgerungen

Hinsichtlich  der  Intensität  des  landwirtschaftlichen  Betriebes
steht  die  polnische  Landwirtschaft,  soweit  es  sich  um  Großbetriebe
handelt,  meist  derjenigen  der  Provinzen  Ost-  und  Westpreußen
oder  Posen  nicht  erheblich  nach.  (Vergl.  unten  die  Tabelle.)
Am  geringsten  ist  die  Intensität  der  Bewirtschaftung  in  Suwalki,
Lomscha  und  im  nördlichen  Siedlez,  Gebiete,  in  denen  Sumpf
und  Wald  vorherrschen.

Die  folgende  Tabelle  gibt  einen  Vergleich  mit  der  Ernte
der  an  Polen  angrenzenden  preußischen  Provinzen.  In  Deutschland ­
  wurden  pro  ha  durchschnittlich  von  1899—1904  geerntet
dz  —  100  leg

Roggen

Weizen

Gerste

Kartoffeln

Hafer

Ostpreußen

13,6

16,0

15,4

112,1

14,9

Westpreußen

12,9

20,5

18,6

112,5

15,1

Brandenburg

14,4

21,3

19,8

133,7

16,5

Pommern

14,7

22,3

19,2

130,9

15,9

Posen

13,9

17,3

16,5

122,2

14,5

Schlesien

14,0

17,4

18,6

124,4

16,7

DeutschesReich  15,3

19,0

18,4

128,8

17,2

Mit  Getreide  wurde  bestellt  in  ganz  Polen  eine  Fläche
von  35  000  qkm.
Der  Anbau  der  einzelnen  Fruchtarten  deckte  im  Jahre
1898  folgende  Flächen:

Es  waren  angebaut*)
mit  Weizen  882  298  polnische  Morgen
„  Roggen  3  478  393  „  „
„  Gerste  755  778  „  „
„  Hafer  1  813  607  „
„  Erbsen  280  402  „  „
„  Kartoffeln  1  395  030  „  „
„  Zuckerrüben  86  500  „  „

Nach  den  durchschnittlichen  Erträgen  der  Ernten  folgen  in
ihrer  Bedeutung  die  in  Polen  angebauten  Getreidesorten  wie
folg:  aufeinander:**)
Roggen  (1904):  119  000  000  Pud  =  38  984  400  Ztr.
Hafer  (1904):  39  000  000  „  =  12  776  400  „
Winterweizen  (1904):  35  000  000  „  —  11  466  000  „
Gerste  (1904):  23  000  000  „  =  7  533  200  „

*)  v.  Orpiszewski  S.  1t.
**)  Friedrichsen  ©.  60.

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