steht nur darin, dass die bestorganisierten Gruppen der amerika-
nischen Bekleidungsarbeiter zu den höchstbezahlten gehören.
In der Möbeltischlerei, die einzelne qualifizierte Werkstücke her-
stellt, fanden wir in Amerika Betriebe, die entsprechenden deutschen
Unternehmungen durchaus glichen. Es handelt sich dabei um den
Typ von Produktionsstätten, in denen jeder einzelne Arbeiter einer
mehr oder weniger abgeschlossenen Aufgabe gegenübergestellt
wird. Hier entscheiden trotz aller Entwicklung der technischen
Hilfsmittel, von der Holzbearbeitungsmaschine bis zum Leimkoch-
apparat und der maschinellen Bildhauerei, letzten Endes doch
die individuelle Fähigkeit und die berufliche Erfahrung des Ar-
beiters. In diesen Betrieben war das Arbeitstempo, was die
physische Intensität anbelangt, im Vergleich zu entsprechenden
deutschen Betrieben in keiner Hinsicht unterschiedlich. Eine Fin-
schränkung ist vielleicht in der Richtung zu machen, dass im ame-
rikanischen Betrieb dieser Art sich der Arbeiter freier und selbst-
bewusster bewegt, als das in Deutschland die Mehrzahl der Unter-
nehmer vertragen zu können meint.
Wir sahen auch Maschinentabriken, darunter eine, die zu den
bedeutendsten Spezialunternehmungen im Bau für Zahnradvor-
gelege für Grosskraftmaschinen gehört. Weiter wurde von uns im
besonderen der Teil der Fordschen Betriebe beobachtet, in denen
Konstruktionsarbeiten (Maschinenbau) geleistet werden. Fbenso
wurde von uns die Fordsche Reparaturschlosserei auf die physische
Intensität der in ihr Beschäftigten hin angesehen. Überall in diesen
Betrieben und Betriebsabteilungen ergab sich das gleiche Bild: Das
Arbeitstempo war nicht höher als bei uns in Deutschland, manchmal
konnte man eher feststellen, dass ruhiger gearbeitet wurde alsbeiuns.
Die Bedienung an den Post- und Eisenbahnschaltern, an den
Tischen der Banken, bei den Wechselkassen der Untergrund-
bahnen, beim Strassenbahn- und beim Autobusschafiner ist in den
Vereinigten Staaten durchaus nicht so „fix“, wie man sich das gar
zu gern ausmalen lässt. Die gleiche Einschränkung muss man über-
dies für die Bedienung in den Hotels und Restaurants machen.
Richtig ist allerdings, dass hierbei eine beachtliche Produktivitätund
damit eine gewisse Intensität — wir wollen sie qualitative Inten-
sität nennen — durch die Arbeitsmethode erreicht wird. Die höhere
Leistung gegenüber dem gleichen Arbeiter in Deutschland wird
also von anderen materiellen und organisatorischen Voraus-
setzungen her entwickelt.
Der Bankkassierer zählt das Metallgeld nicht umständlich mit
der Hand auf die Zahlplatte, er tippt auf eine Maschine, aus ihr
klappert das Geld in den entsprechenden Einheiten vor die Hand
des Kunden. Der geheimnisvolle, mehrfach mit einer Zange zu
durchlöchernde oder an den verschiedensten Stellen blau an-
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