Full text: Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russisch-Polen und dem Deutschen Reiche und die sich daraus für den Friedensschluss ergebenden Folgerungen

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Die Löhne der Industriearbeiter stellten sich im Jahre 1897 
für die verschiedenen Jndustriearten folgendermaßen:*) 
Im Durchschnitt bezog ein Arbeiter in Rubeln jährlich: 
Textilarbeiter 209,00 
Nicht der Akzise unterliegende Nahrungsmittelindustrie 228,56 
Bearbeitung von animalischen Produkten 308,88 
Holzindustrie 121,69 
Papierindustrie 170,79 
Chemische Industrie 223,57 
Keramische Industrie 228,47 
Metallindustrie 293,43 
Übrige Unternehmungen . . 151,79 
Gesamtdurchschnitt: 224,3 
Im Jahre 1912 bezogen die Fabrikarbeiter in Russisch-Polen 
die in der folgenden Tabelle angegebenen Löhne: 
Art der Fabriken 
Anzahl 
der 
Fabriken 
Anzahl 
der 
Arbeiter 
Von Spal 
männlich 
e 3 waren 
weiblich 
Durch - 
schnitts- 
Jahres- 
Berdienst 
Rbl. 
Industrie allgemein . . 
3 259 
302 875 
199 935 
102 940 
306 
Baumwollindustrie . . 
261 
68175 
32 317 
35 858 
298 
Wollindustrie 
595 
57 178 
35 222 
21 956 
336 
Seidenindnstrie .... 
25 
2 221 
873 
1348 
314 
Leinen-, Jute-, Hanf- 
Industrie 
11 
14 063 
6 538 
7 525 
271 
Sonstige Textilindustrie 
226 
10 569 
6 256 
9 313 
320 
Metallindustrie **) . . . 
462 
48 715 
43 609 
5106 
364 
Mineralienindustrie ***) 
341 
23 055 
18169 
4 886 
277 
Arbeiterorganisationen. Bisher bestanden dank des anor 
malen politischen Zustandes im Königreich Polen unter den 
Arbeitern im Königreich Polen keine offiziellen beruflichen Orga 
nisationen. Trotz aller gesetzlichen und politischen Maßregeln 
haben sich jedoch allmählich auch unter den polnischen Arbeitern 
geheime Verbände gebildet, unter welchen die „polnische Sozia 
listische Partei" die mächtigste ist. Diese Organisationen umfassen 
den bei weitem größten Teil der polnischen Fabrikarbeiterschaft, 
sie sind jedoch eher politischer als ökonomischer Natur. Die von 
ihnen eingeleiteten Streiks verfolgten in der Hauptsache nicht so 
sehr wirtschaftliche als politische Ziele. 
*) Strasburger S. 45. 
**) Das sind Maschinen-, Kesselfabriken, Schlossereien, Schmieden, 
Klempnereien, Drath-, Nägel-, Blechfabriken, Metallgießereien, Armaturfabriken, 
Gold- und Silberwarenfabriken, Fabriken für elektrotechnische Artikel. 
***) Das sind Zement-, Gips-, Steinzeug-, Glas-, Spiegel-, ceramische 
Fabriken.
	        
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