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Heineken, Klugkist beteiligt sind, wird namentlich mit dem Kurfürsten
gerechnet. In der vertraulichen Korrespondenz wird das Verhältnis
Wilhelms II. zu seiner Maitresse erwähnt, für die er eben beträcht
liche Gelder festgelegt hat, und dafs der Kurfürst nicht zu bewegen
sein dürfte, sein Geld fest im Lande anzulegen, da er eine Vertreibung
wie seinerzeit durch Napoleon, immer einmal für möglich halte.
Seine bedeutenden Kapitalien seien daher nur etwa so für den Plan
zu gewinnen, dafs man eine Aktiengesellschaft konstituiere, deren
Aktien er bald nachher unter der Hand wieder abstofsen könne. 1 )
Man müsse auf die bessere Route Werra—Main verzichten und
von der Fulda nach dem Main bauen, weil sein Hanau für den
Kurfürsten der Endpunkt werden müsse. 2 )
Die Fulda—Kinzigroute liegt ziemlich ganz im damaligen Kur
fürstentum Hessen. Wer die Werraroute bauen wollte, hätte nur
eine kurze Strecke mit den sächsischen Herzogtümern, dann mit
Bayern zu tun. Nur die Werraregulierung oder -Kanalisierung liegt
in Hessen. Für die Kapitalkraft der herzoglich-sächsischen Länder
war der Plan damals von vornherein zu weitsichtig. Die erste
Aussicht bot Kurhessen, wenn der reiche Kurfürst für die Anlage zu
gewinnen war. — Nur Bremerhaven ist damals erreicht worden, der
andere Faktor fehlt noch. Die Verbindung Main—Weser ist zunächst
nicht wieder vergessen worden, aber man glaubte später durch
Eisenbahnen Flüsse verbinden zu können, und der Plan des Kanals
ist dagegen zurückgetreten.
In den von Hormayr in seinen Fragmenten gesammelten
Artikeln ist manchmal nur von der Verbindung, dann von der
Eisenbahn die Rede. 3 )
Und auch die Jahresberichte der Vereinigten Weser-Dampf-
schiffahrtsgesellschaft denken vor allen an eine Ausnutzung der
Werrastrafse durch Bahnanschlüsse, wenn sie auf den Anschlufs nach
dem Süden ihre Hoffnung setzen. 4 )
*) Äußerungen Pfeiffers, des Vermittlers des Kurfürsten mit Rothschild,
etc. in Heinekens Bericht, und die übrige Korrespondenz. Akten des Bremer
Staatsarchivs.
2 ) Akten des Br. St.-A.
3 ) (v. Hormayr), Fragmente über Deutschlands insonderheit Bayerns
Welthandel und die Freiheit der Ströme, I, 1840, S. 13, II, 1841, S. 21—22.
4 ) Jahresberichte des damaligen Direktors Dr. G. Wermuth, Advokat und
Senator in Hameln, später Polizeidirektor in Hannover und Landdrost in
Hildesheim, der sich nach Duckwitz Zeugnis sehr darum verdient machte, die
hannoversche Regierung für die Beseitigung der Schiffahrtshindernisse in der
Weser umzustimmen, in Jahrg. 1844, S. 36; s. a. Jahrg. 1846, S. ö, wo von der
Eisenbahn die Rede ist und 1847, S. 60, [Gedanke der Bahn begegnet auch
schon 1823 (Bremer Staatsarchiv) einmal]