Object: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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DEUTSCHLAND — Sachsen-Altenlburg — Keuss-Greîz. 
20. Sachseii-Alteiibiirg (Hcrzog^thiim). 
Kreise Q.-M. ^1852^' 1834 117,921 Eîuw. 
Altenburgisclier . H'/a 85,704 1843 125,342 
Saalfeld-Eisenberg’scher 12% 47,145 1849 131,629 
24 132,849 
Die Einwohner sind Protestanten, ausgenommen etwa 800 Katholiken und 
1400 Juden. 
Nationalität. i)ie Einwohner sind meistens Nachkommen von 
Wenden (Slaven); wendische Tracht und Sitten haben sich erhalten, 
die wendische Sprache dagegen war schon im IG. Jahrhunderte durch 
die deutsche verdrängt. 
Altenburg bildete bis zur Theilung von 182G einen Bcstandtheil 
des Herzogthums Gotha. Damals ward es in seinem jetzigen Bestände 
dem Herzoge von Hildburghausen überlassen, der sein kleines Stanun- 
land an Meiningen abtrat. — StadtAltenburg, mit IG,184 Einw. 
— Grundgesetz vom 29. April 1831. 
Finanzen. Dreijährige Finanzperioden. Der Etat für 185G—58 
schliesst Einnahmen und Ausgaben mit der Summe von 738,000 Thlr. 
ab. Unter den Einnahmen erscheinen die Forsten mit 142,500 und 
der Zoll mit 179,040 Thlr. (1852 Einahme G54,816, Ausgabe G84,820). 
— Ende 1855 war der Schuldenstand : 
Schuld der Staatscasso . U224,511 I .... 
- Domänen . 155,0621 ^ 3W,073 
Unverzinsliches Papiergeld . . 500,000 
Zusammen gegen 1’880,000 
Seitdem ward eine weitere Emission von 120,000 Thl, Papiergeld beschlossen. 
Militär. Ein Linienbataillon. 
Sociales. Die Altenburger Bauern gelten für sehr wohlhabend; 
ihr Boden ist trefflich und gut gebaut. In der Regel erbt der jüngste 
Sohn das ganze G ut ; sind nur Töchter vorhanden, so erhält die 
älteste das Besitzthum. Bei den llcirathen herrscht die hässlichste 
Geldaristokratie: ein „vierspänniger Bauer“ gibt seine Tochter nicht 
leicht einem „zweispännigen,“ noch weniger dieser die seinige einem 
Kühbauern oder Häusler. Selten wird ein Gut gctheilt. Die über- 
vortheilten Kinder kommen häufig in die schlimmste Lage. Dabei ist 
die Sittlichkeit, grossentheils in Folge dieser Verhältnisse, tief unter 
graben. 
Maass cß Gewicht höchst verschieden, meist so wie im angrenzenden Lande. 
2J. lleil.SS-Grciz (Fürslenth.) = Ueiiss ältere Linie. 
Auf dem Gebiete von G'/g Q.-Meil. lebten : 
1815 22,255 Einw. 1849 36,274 
1834 30,041 - 1855 34,896 = Verminderung 1378 
1843 33,803 - 
Die Abnahme von 1,27 Proz. jährl. ist die stärkste in Deutschland vorgekommene. 
Stadt: Greiz, 7000 Einw.
	        
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