Full text : Zur wirtschaftlichen Förderung des Handwerks

und  soll  für  ewige  Zeiten  ungeschmälert  erhalten
werden.  Die  Stiftung  wird  vom  Vorstand  der
Handwerkskammer  verwaltet.
Aus  den  Ertragnissen  des  Stiftungskapitals
find  bisher  folgende  Beihülfen  gewährt  worden:
im  Jahre  an  Handwerksmeister  Gesamtbetrags.

1909

6

239,70

1910

3

122,50

1911

4

185,—

1912

9

415,—

1913

13

765,—

6.  Handwerker-erholungsheim  in  Traben-Trarbad).

An  der  Errichtung  und  Verwaltung  des  mit  einem
Kostenaufwands  von  rund  300000  M.  bei  Traben-Trarbach
  errichteten  Erholungsheims  für  handwerker
  und  ihre  Angehörigen  hat  die  Kammer
wesentlichen  Anteil.  Im  Verein  mit  den  andern
rheinisch-westfälischen  Kammern  hat  sie  dem  Werke
andauernd  sowohl  eine  ideelle  als  auch  besonders
eine  materielle  Förderung  angedeihen  lassen.  Bei
den  vereinten  Bemühungen  aller  beteiligten  Kreise
konnte  denn  auch  der  Erfolg  nicht  ausbleiben
So  ist  das  Werk  zu  einem  guten  Ende  geführt
worden.  Die  Handwerker  haben  es  aus  eigener
Kraft  den  Ständen  gleichgetan,  für  die  aus
Mitteln  der  halbstaatlichen  Versicherungsanstalten
ungeheuere  Summen  in  Sanatorien  und  ähnlichen
Einrichtungen  angelegt  worden  sind.  Die  Errichtung ­
  des  Erholungsheims  können  sich  die  Handwerker ­
  als  einen  Erfolg  buchen,  der  nicht  leicht
erzielt  worden  wäre,  hätten  nicht  die  Kammern
die  Führung  übernommen.  Das  heim  erhebt  sich
in  gesunder,  landschaftlich  schöner  Lage  im  Kautenbachtale, ­
  etwa  3  km  von  Traben-Trarbach  entfernt.
Das  ausgedehnte  Gebäude  ist  der  im  Moseltal
gebräuchlichen  Architektur  angepaßt.  Ls  macht,
wie  es  sich  in  seiner  Größe  gegen  die  unmittelbar ­
  benachbarten  bewaldeten  höhen  abhebt, ­
  einen  schönen  Eindruck.  Die  obere
Talseite  wird  abgeschlossen  durch  Gartenanlagen,
die  sich  am  Ufer  des  Kautenbaches  hinziehen.
Unmittelbar  gegenüber  dem  Erholungsheim  führen
gewundene  Wege  durch  dichte  waldbestände  auf
die  höhen  des  Hunsrücks.
60

Der  Aufenthalt  im  Handwerker-Erholungsheim
stellt  sich  je  nach  Lage  des  Zimmers  einschließlich
voller  Pension  für  den  Tag  auf  Mk.  3,20,  3,50  und
4  Mk.  in  den  Monaten  Oktober,  November,  Dezember, ­
  Januar—Juni  einschl.;  Mk.  3,50,  3,75  und  4,25
für  die  Monats  Juli,  August  und  September,  je
nach  Lage  des  Zimmers.
Die  Thermalbäder  stellen  sich  auf80pfg.;  bei
gleichzeitiger  Abnahme  von  10  Karten  7,—  Mk.
7.  Fürsorge  für  tuberkulöse  Handwerker
und  ihre  Ungehörigen.
Die  großen  Schädigungen,  die  den  Handwerkern
durch  Erkrankung  an  Tuberkulose  erwachsen  und
die  großen  Opfer,  die  diese  Krankheit  im  Handwerk ­
  fordert,  ließen  es  sehr  erwünscht  erscheinen,
auch  den  selbständigen  Handwerkern,  denen  ohne
weiteres  die  vorbildlichen  Einrichtungen  für  die
Arbeiterschaft  nicht  zu  Gebote  stehen,  Hilfe  für  den
Fall  der  Erkrankung  zu  gewähren.  Unsere  Kammer
ist  in  der  Lage,  für  diesen  Zweck  einen  Teil  der
Erträgnisse  der  Wilhelm  Auguste  Viktoria-Stiftung
aufwenden  zu  können.  Lungenkranken  Handwerkern
besorgen  wir  zu  Vorzugspreisen  Unterkunft  im
Kurbade  Lippspringe  und  gewähren  ihnen
angemessene  Beihülfen  zu  den  Kosten  der  Kuraufenthaltes ­
  aus  der  genannten  Stiftung.
8.  lugendpflege.
Zur  Wohlfahrtspflege  gehören  auch  die  Bemühungen ­
  der  Kammer  auf  dem  Gebiete  dea
Jugendpflege  und  der  Berufsberatung,
Fragen,  die  neuerdings  in  der  Oeffentlichkeit
viel  erörtert  werden  und  an  denen  eine  Handwerkskammer ­
  nicht  vorübergehen  darf.  Denn
an  der  Berufsberatung,  an  der  Lehrstellenvermittlung ­
  und  an  der  gesamten  Jugendpflege
hat  die  Handwerkskammer  ein  außerordentlich
großes  Interesse;  deshalb  ist  sie  auch  überall
dabei  gewesen,  wo  es  galt,  derartige  Fragen  zu
lösen.  Die  Zentralstelle  für  Volkswohlfahrt  in
Berlin,  die  einen  besonderen  Ausschuß  für  diese
Pflege  eingesetzt  hat,  hat  deshalb  den  Vertreter
der  Handwerkskammer  Düsseldorf  in  ihren  Ausschuß ­
  für  Berufsberatung  berufen.
            
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