Object: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

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in Scherz oder Satire taten, so empörte sich unser Gefühl 
dagegen als gegen eine Heiligtumsschändung. 
Den ungelenken „Onkel Sam“ nähmen die Amerikaner 
allenfalls noch in Kauf. Aber wie verschwindet das Bei 
wort des „deutschen Michel“ und des „Onkel Sam“ gegen 
über den Kosenamen, mit denen man so oft den Amerikaner 
schmückend auszeichnet! Zu seiner Verzerrung werden in 
das Bild des ursprünglich Grotesken immer mehr verun 
staltende Züge hineingezeichnet. Man macht aus ihm 
den Barnum, den gewerbsmäßigen Humbug-Mann, der 
nicht aus lustiger Laune, sondern zu Schwindelzwecken 
übertreibt, bei dem alles täuschender Schein ist. Man 
nennt ihn einen seelenlosen Dollarjäger, man spricht von 
der Reverenz vor dem Dollar und glaubt nicht einmal 
an die Echtheit des Dollar, den man für Talmi hält. 
Aber damit nicht genug! Auch den echten Dollar läßt man 
den Amerikaner, der nicht immer so viel Kunstverständ 
nis besitzt wie Reichtum, nicht einmal mit Ruhe in der 
Alten Welt ausgeben. Wenn der Amerikaner bei uns 
Bilder und Kunstgegenstände kauft — insbesondere in 
Zeiten, in denen wir für derartige Anlagen nur geringe 
Mittel übrig haben — wenn er vielleicht auch manch 
mal überteuert wird, mittelmäßige Ware erhält und dafür 
viel, sehr viel Geld ausgibt, so werden die transatlantische 
Konkurrenz im Kunsthandel und ihre Gefahr für Europa 
rügend und weithin schallend besprochen. Dabei wird der 
amerikanische Käufer im allgemeinen wegen seiner schlechten 
Einkäufe verspottet, und ferner wird angedeutet, daß nach 
dem Bankrott der Trusts, den der betreifende Kunstkritiker 
natürlich mit Sicherheit voraussagt, der verteuernde Wett 
bewerb der Amerikaner verschwinden werde. Diejenigen, 
die solche Aufsätze schreiben, wollten wohl den nicht eben 
sehr neuen Gedanken zum Ausdruck bringen, daß man
	        
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