Object : Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

197

nicht,  was  vorzuziehen  gewesen  wäre,  nach  Gewerbsgebieten
  angegeben  sind.  Mit  erfreulicher  Bereitwilligkeit
haben  die  Vorstände  vieler  Gewerkschaften  meiner  Bitte
Folge  geleistet  und  mir  die  damals  für  das  Jahr  1901  als
Norm  in  Betracht  kommenden  Lohnsätze  mitgeteilt.  Die
umfangreichen  Tabellen,  die  mir  zur  Verfügung  gestellt
wurden,  hier  zu  veröffentlichen,  würde  die  Grenzen  meines
Buches  über  Gebühr  erweitern.  Jedenfalls  sind  die  Lohnsätze ­
  während  der  letzten  dreißig  Jahre,  von  geringen  und
vorübergehenden  Schwankungen  abgesehen,  beständig  gestiegen. ­
  Diese  Tatsache  gewinnt  erhöhte  Bedeutung  durch
den  Umstand,  daß  sich  gleichzeitig  die  Arbeitsdauer  ständig
vermindert  hat.  In  den  staatlichen  Betrieben  ist,  wie  bereits
früher  erwähnt,  der  achtstündige  Normalarbeitstag  eingeführt;
die  organisierte  Arbeiterschaft  zahlreicher  Berufe  erstrebt
auch  in  den  Privatbetrieben  nicht  ohne  Erfolg  neben
Mindestlohn  gleichfalls  einen  vorläufig  neunstündigen
Normalarbeitstag.
In  den  Lohnsätzen  sind,  was  ich  hervorheben  will,
die  besonderen  Prämien  nicht  eingerechnet,  die  für  schnelle
Arbeitsleistung  hie  und  da  üblich  sind.  Dieses  Lohnprämien-System
  ist  die  Erfindung  Frederick  A.  Halseys,
des  Herausgebers  einer  Maschinenbau-Fachzeitschrift.
Während  die  große  Mehrheit  der  Arbeitgeber  dem  Stücklohn ­
  den  Vorzug  gab,  galt  auch  den  amerikanischen  Arbeitnehmern ­
  Akkordlohn  als  Mordlohn.  Beim  Prämiensystem
erhält  nun  der  Arbeiter  scheinbar  Zeitlohn.  Leistet  er  aber  in
der  festgesetzten  Zeit  mehr  Arbeit,  als  einer  gewissen  Normalarbeitsleistung ­
  entspricht,  oder  gebraucht  er  zu  einer  bestimmten ­
  Arbeit  weniger  als  die  Normalzeit,  so  wird  ihm
ein  Teil  seiner  Mehrleistung  als  Prämie  gezahlt.  Der  strebsame ­
  Arbeiter  erhält  also  seine  Zeit  besser  bezahlt  als  der
weniger  gewandte,  der  Fabrikant  aber  hat  den  Vorteil,  daß
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.