fullscreen: Wirtschaft als Leben

Begleitwort. 
XIX 
und Wirtschaft Irgendwie ist da eigentlich schon alles gesagt, was zu 
sagen war. Meine späteren Arbeiten brauchten in der Tat nur die 
Fäden weiterzuspinnen, angesponnen hat sie alle schon die „Herrschaft 
des Wortes“. Auch konnte weitaus noch nicht alles seine Auswertung 
finden, was aus dem Springquell dieser Jugendschrift erstmals empor 
tauchte. All das wüßte ich heute wohl anders zu sagen, etwas anderes 
aber kaum. 
In nichts so sehr gipfelt die errungene Selbstbesonnenheit unseres 
fachwissenschaftlichen Denkens, wie in dem Anspruch auf das volle 
Eigenrecht der Erkenntnis auf unseren Gebieten. Schon 
ganz im allgemeinen gereicht es einer Forschung zum schwersten Ver 
hängnis, wenn sie zu fremden Göttern betet. Was sie dann wissent 
lich anstrebt, bleibt ihr tatsächlich unerreichbar, an dem Erreichbaren 
aber greift sie vorbei, oder sie taumelt förmlich nur wider Willen auch 
da hinein. Tatsächlich aber war unseren Disziplinen das ganze XIX. Jahr 
hundert hindurch der Götzendienst vor der Naturwissenschaft zum Un 
heil geworden. Der Wahn herrschte bei ihnen — ausgerottet ist er 
heute noch nicht ganz — alle Wissenschaft müsse nach dieser Fasson 
selig werden. Gegen diesen eingerosteten Irrglauben war also der 
erste Schlag zu führen, wenn ich mein „Programm“ mit Nachdruck 
vertreten wollte. Etwas Neues war dies selbstverständlich nicht und ich 
mir wohl bewußt, hier nur in der Phalanx zu kämpfen. Die Waffe war 
etwas ungewöhnlich, auch sie ist mir durch eine äußere Verkettung in 
die Hand gespielt worden. Damals wurde ich aufgefordert, im Rahmen 
des VII. Deutschen Historikertages als Erkenntniskritiker gegen die 
Zumutungen einer zu jener Zeit lebhaft verfochtenen „Reform“ der 
Historie zu sprechen, wie es an vielen Stellen in meiner „Herrschaft 
des Wortes“ bereits geschehen war. Ich gab jedoch meinem Vortrag 
gleich jene streng grundsätzliche Wendung, zog also überhaupt nur 
den scharfen Schnitt zwischen der naturwissenschaftlichen und der Er 
kenntnis auf jenen Gebieten, die Sozial- und Geschichtswissenschaft 
gemeinsam bebauen. Es war damit zu meiner Genugtuung auch jede 
persönliche Spitze abgebogen, vor allem dem Manne gegenüber, der beson 
ders als Träger jener „Reform“ galt, den ich aber seiner früheren Arbeiten 
wegen aufrichtig verehrte. Seinen glücklichen Reflex fand dies dann 
auch in der Erwiderung Karl Lamprechts, für die er sich inmitten 
einer sehr beengten Diskussion gleich vorweg ein „Stündchen“ ausbat. 
Mindestens durch die Art, wie er mir entgegentrat, ist er — und 
anders wieder auch Wilhelm Windelband — meiner Stellungnahme 
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