Full text: Der Deutsche Post-Zeitungsgebührentarif

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Verteilung der Zeitungen an die Schalterstellen oder an die 
Briefträger zum Zwecke der Aushändigung an die Bezieher 
und schließlich die Abrechnung mit den Verlegern. Die mit 
dem Besorgungsgeschäft verbundenen Leistungen der Post 
sind für alle Zeitungen ungefähr gleich. Das Entgelt, die 
Besorgnngsgebühr, besteht deshalb aus einem einheitlich 
normierten Satze für jeden Monat der Abonnementsdauer, 
In dem Entwurf zur Postgcsetznovelle vom Jahre 1899 1 ) 
war eine Besorgungsgebühr „für jede Bezugszeit ohne Rück 
sicht auf deren Dauer" vorgesehen. Es sollte gleichgültig sein, 
ob sich das Abonnement einer Zeitung auf ein Kalender-, 
ein Halb- oder ein Vierteljahr usw. erstreckte. Bei den Be 
ratungen in den Kommissionen usw. wurde dafür eine mäßige 
Monatsgebühr angesetzt. Diese Aenderung war im Interesse 
kurzfristiger Abonnements, namentlich der Monatsabonnements, 
angebracht. 
ß) Die Beförderungsgebühr ist das Entgelt für das 
Beförderungsgeschäft; sie dient zum Ausgleich der Beförderungs- 
odcr Streckenkosten. Das Beförderungsgeschäft umfaßt 
einerseits alle die Dienstleistungen der Post, die am Verlags 
orte für die Abfertigung der Zeitungen nötig sind, also das 
Verteilen jeder Auflage nach Empfangsorten, das kursweise 
Sortieren und das Fertigstellen zum Versand;') andererseits 
schließt es die gesamten Leistungen der Post ein, die der 
Transport der Zeitungen vom Verlags- zum Bezugsorte 
bedingt. Alle diese Leistungen sind bei jeder Zeitung verschieden; 
dementsprechend wird auch die Beförderungsgebühr für jede 
Zeitung anders normiert. Es geschieht dies unter Berück 
sichtigung zweier Faktoren: 1.) der Erscheinungsziffer, d. h. der 
Häufigkeit des Erscheinens, und 2.) der Gewichtsziffer, d. h. 
des Jahresgewichts der Zeitungen. 
1) Stenogr. Ber. 1898/00II. Anl. Bd. Nr. 116 der Drucks. (5.993 ff. 
2 ) van der Borght S. 128 f.; Cauer S. 493; Sax S. 627. 
3 ) Kleinere Mengen Zeitungen für ein und dieselbe Stelle werden 
unter Band gelegt. Aus größeren Mengen wird ein förmliches Paket 
gebildet, das eine Umhüllung von Packpapier und eine Bindfadenum 
schnürung erhält. Mehrere Pakete können in „Zeitnngssäcken" vereinigt 
werden.
	        
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