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Teil ihrer Produkte abzutreten, und geriet sowohl in eine wirt
schaftliche, als auch in eine juristische Abhängigkeit.
II.
Die Entwicklung der Volkswirtschaft zeigt uns sehr deutlich,
daß die Wirtschaftssysteme von dem Grad der Bevölkerungsdichte
abhängen: die Jäger- und Hirtenvölker gingen nicht zum Acker
bau über, und die Ackerbauer zogen zuerst eine extensive Kultur
vor, nicht etwa, weil sie „unwissend“ waren, sondern weil unter
den gegebenen technischen Bedingungen die Arbeit in einer
extensiven Wirtschaft produktiver war als in einer intensiven.
Das trifft nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für die
Gegenwart zu: auch bei hochentwickelter Technik wird eine um
so extensivere Wirtschaft geführt, je dünner die Bevölkerung ist.
Erst infolge der Bevölkerungszunahme mußte man zur inten
siveren Kultur übergehen, obgleich die Produktivität der Arbeit
dadurch sank. Erst damit wird es auch den Grundbesitzern mög
lich, die bäuerliche Bevölkerung durch die Besitzergreifung des
Bodens auszubeuten. Früher konnte der Bodenbesitz diese Rolle
nicht spielen, weil Urjäger, Hirten und Urackerbauer fortwährend
von einer Stelle nach der anderen wänderten. So war in
Altrußland das Mittel, freie Wehrleute anzuwerben nicht der
Grundbesitz, sondern die fahrende Habe. Erst in der späteren
Zeit suchten die freien Wehrleute und Knechte bei den Fürsten
um „ein kleines Landgut“ nach.*) Ebenso waren die Beziehungen
der „besseren“ Leute, der Grundbesitzer, zu den Bauern in der
ersten Periode ganz andere als später. Das einzige, wodurch die
ländliche Bevölkerung zu dieser Zeit ausgebeutet werden konnte.
*) Sjergievich, Freie und Unfreie Untertanen der Könige; Klju-
tschewsky, Aufhebung der Knechtschaft, u. a. Die Abhängigkeit der
Bauern, die sich auf das Darlehen stützte, wird von einigen Historikern
der Tatarenherrschaft zugeschrieben. Das trifft indes nicht zu. Now
gorod war verhältnismäßig unabhängig, und gerade hier blühten diese
Abhängigkeitsverhältnisse, in denen sich die Bauern zu ihren Herren
befanden. Folglich waren es wirtschaftliche Momente, die diese Ab
hängigkeit verursachten.