Full text : Der Deutsche Post-Zeitungsgebührentarif

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Wert,  weil  sie  allein  die  Postauflage,  also  lediglich  einen
Teil  der  Gesamtauflage  jeder  Zeitung  und  Zeitschrift  berücksichtigen ­
  würde.  Für  weitere  Zwecke  wären  Schätzungen  notwendig, ­
  die  zu  recht  ungenauen  Ergebnissen  führen  müßten.
Schätzungen  solcher  Art  finden  sich  vereinzelt  in  der
Literatur.  Neukampsi  nimmt  z.  B.  an,  daß  „der  größte  Teil
aller  in  Deutschland  gelesenen  Zeitungen  durch  die  Post  bestellt
wird".  Dies  ist  nicht  richtig?)  Für  die  genaue  Ermittelung
einer  Durchschnittszahl  über  das  Verhältnis  von  Gesamtauflage ­
  und  Postauflage  der  Zeitungen  und  Zeitschriften  fehlt
allerdings  jeder  Anhaltspunkt,  da  die  Gesamtauflagen  nur
von  einem  Teil  aller  Blätter,  noch  dazu  meist  in  abgerundeten

1)  Neukamp  II  S.  1375.  -  Ncukamp  vergleicht  die  Berechnungen
von  Schacht  über  die  Anflagenhöhe  der  deutschen  Zeitungen  im  Jahre
1897  (Schacht  s.  507,  514)  mit  den  Angaben  der  Poststatistik  für  1896
(S.  58.)  Dabei  kommt  er  zu  dem  Ergebnis,  daß  nach  Schachts  Berechnung ­
  „von  allen  Zeitungen  nur  etwa  ein  Drittel  durch  die  Post  bestellt
würde,  was  sicherlich  den  tatsächlichen  Verhältnissen  widerspricht".  Die
Poststatistik  faßt  alle  Zeitungen  und  Zeitschriften  -  einschließlich  der
fremdsprachigen  Blätter  Deutschlands  -  zusammen,  die  die  Post  vertreibt;
einen  Unterschied  zwischen  „Zeitungen"  und  „Zeitschriften"  macht  sie  nicht.
Schachts  statistische  Untersuchung  erstreckt  sich  dagegen  nur  auf  3337
eigentliche  in  Deutschland  erscheinende  deutsche  Zeitungen  (Schacht  S.  508,
511j.  Die  Ergebnisse  der  Berechnungen  für  ein  so  scharf  begrenztes
Gebiet  können  nicht  ohne  weiteres  mit  den  allgemein  gehaltenen  Angaben
der  Poststatistik  verglichen  werden.  Ließe  es  sich  ermöglichen,  diese  Angaben
um  die  Zahlen  für  Zeitschriften  und  fremdsprachige  Blätter  zu  kürzen,
so  würde  ein  Vergleich  der  reduzierten  und  der  Schacht'schen  Zahlen
den  Beweis  liefern,  daß  tatsächsich  noch  weniger  als  ein  Drittel  der
deutschen  Zeitungen  durch  die  Post  vertrieben  wird.  Derartige  Ermittelungen ­
  sind  aus  den  oben  angeführten  Gründen  nicht  ohne  weiteres
möglich.  -  Auch  Diez  vergleicht  die  Schachischen  Zahlen  mit  den
Angaben  der  Poststatistik  (a.  a.  O.  S.  100  f.)
2)  Brunhuber  I  S.  11  f.:  „Nur  wenige  Organe  haben  mehr
Postabonnenten  als  örtliche  Abnehmer,  die  die  Zeitung  durch  Träger
zugestellt  erhalten".  -  Bücher,  Ztg.  S.  541:  „Der  größere  Teil  (der
Anflagei  entfällt  aus  die  der  Post  sich  entziehende  direkte  lokale  Zustellung".
-  Brunhubcr  I  S.  12:  „viele  Zeitungen  mit  einer  Riesenauflage,  die
Stadtanzeiger  und  General-Anzeiger  in  Städten  und  auf  dem  Lande,
zeigen  etwa  ein  Verhältnis  von  90%  direkter  Abnehmer  zu  I  vv/g  Postabonnenten". ­
  —  Noth  S.  51  nimmt  an,  daß  etwa  ein  Drittel  sämtlicher
Zeitungsnummern  durch  die  Post  befördert  wird,  bezeichnet  diesen
Bruchteil  aber  als  wahrscheinlich  zu  hoch  gegriffen,  da  der  Absatz  im
allgemeinen  durch  lokales  Abonnement  geschieht.
            
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