Full text : Der Deutsche Post-Zeitungsgebührentarif

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gebühr  durchweg  niedriger  geworden  und  zwar  allein  bet  71%
um  mehr  als  50%.  Außerdem  hatte  nach  der  Tarifreform
ein  großer  Teil  der  Zeitschriften  nur  die  Mindcstgebühr  von
39  Pf.  jährlich  zu  zahlen,  d.  h.  24  Pf.  Besorgungsgebühr
und  15  Pf.  für  das  wöchentlich  einmalige  oder  seltenere  Erscheinen.Z ­
  Es  war  dies  bei  28"/»  der  wissenschaftlichen  und
bei  330/o  der  fachtcchnischen  Zeitschriften  sowie  bei  40°/«  der
Uuterhaltungsblätter  der  Fall.  Trotz  der  weitgehenden  Ermäßigung ­
  der  Zeitungsgebühr  ist  nur  ein  kleiner  Teil  der
Zeitschriften  billiger  geworden;  bei  den  wissenschaftlichen  Zeitschriften ­
  handelt  es  sich  um  nicht  mehr  als  4°/»,  bei  den
beiden  anderen  Gattungen  bloß  um  je  7%.  Es  hat  sich  auch
hier  das  bereits  erwähnte  Trägheitsmoment,  das  Festhalten
an  überkommenen  Preisen  uslv.  geltend  gemacht.
Dasselbe  gilt  im  allgemeinen  für  die  Fälle,  in  denen
die  Zeituugsgebühr  erhöht  worden  ist.  Die  Steigerung  der
Gebühr  hat,  abgesehen  von  den  Generalanzeigern,  im  Durchschnitt ­
  keine  in  die  Augen  fallende  Veränderung  der  Preise
der  Zeitungen  und  Zeitschriften  nach  oben  hervorgerufen.
Bei  ven  Tagesblättern  hat  z.  B.  die  Zeitungsgebühr  -für
49%  eine  Steigerung  erfahren,  aber  nur  für  26%  dieser
Zeitungen  sind  die  Preise  höher  geworden.  Soweit  es  angebracht ­
  erschien,  kann  allerdings  die  Erhöhung  der  Zeitungsgcbühr
  in  ihrer  Wirkung  vom  Verleger,  dem  Produzenten
der  Ware  „Zeitung",  verschleiert  worden  sein,  so  daß  sie  in
den  Preisen  gar  nicht  offen  zum  Ausdruck  kommt.  Es  ist
sehr  wohl  möglich,  daß  trotz  des  Gleichbleibens  der  Preissätze
  Preisverschiebuugen  in  Folge  von  Quantitäts-  und
Qualitätsveränderuugen  eingetreten  sind.
Bei  der  mittleren  und  kleinen  Presse  sowie  bei  den
Zeitschriften  sind  häufiger  Erhöhungen  der  Bezugspreise  als
der  Zeitungsgebühreu  vorgekommen.  Von  den  Unterhaltungsblättern ­
  haben  z.  B.  19%  die  Preise  gesteigert,  obgleich  die

9  Eine  Gcwichtsgebühr  kommt  für  diese  Zeitschriften  nicht  in
Betracht,  da  das  Jahresgewicht  höchstens  je  t  Kgbeträgt  und  für  das  eininalige
  Erscheinen  in  der  Woche  usw.  je  1  kg  Freigewicht  zu  gewähren  ist.
            
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