Full text : Der Deutsche Post-Zeitungsgebührentarif

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fähigkeit  eines  Blattes  mit  ausschlaggebend  gewesen  sein/)
indem  die  Erhöhung  der  Zeitungsgebühr  zu  einer  Steigerung
der  Bezugspreise  führen  mußte,  die  den  Umfang  des  Abonnements ­
  derart  verminderte,  daß  keine  Reinerträge  mehr  zu  erzielen ­
  waren.  Ohne  weiteres  kann  es  jedoch  nicht  als  eine
unmittelbare  Wirkung  der  Tarifreform  vom  Jahre  1899  angesehen ­
  werden,  wenn  ein  Blatt  alsbald  nach  der  Reform
das  Erscheinen  eingestellt  hat.  Das  Eingehen  vieler  Blätter
ist  vielmehr  ein  Beweis  für  die  Kurzlebigkeit  eines  großen
Teils  der  Zeitungen  und  Zeitschriften.^)  Außerdem  sind
manche  Blätter  des  Jahres  1900,  die  sich  im  Jahre  1902
nicht  mehr  in  der  Zeitungspreisliste  nachweisen  lassen,  an  sich
nicht  wirklich  eingegangen.sie  haben  vielmehr  teilweiseAendernngen
im  Titel  vorgenommen,  aus  denen  nicht  zu  erkennen  ist,
um  welche  früheren  Blätter  es  sich  handelt,  oder  sie  haben
sich  mit  anderen  Blättern  unter  einer  neuen  Bezeichnung
verschmolzen.
Mit  dem  „Beseitigen"  gewisser  Blätter  ist  s.  Zt.  das
Abstellen  der  großen  Bevorzugung  gemeint  gewesen,  die
Zeitungen  nach  Art  der  Generalanzeiger  beim  Postdebit  infolge ­
  der  äußerst  niedrigen  Zeitnngsgebührcn  genossen.  Hierin
hat  die  letzte  Tarifreform  allerdings  gründlich  Wandel  geschaffen. ­
  Sie  brachte  es  mit  sich,  daß  sich  die  Zeitnngsgebühr
  bei  83%  der  Generalanzeiger  erhöhte,  d.  h.  bei  einem
so  großen  Prozentsatz,  wie  bei  keiner  anderen  Zeitnngsgattung.
Dazu  kommt  noch,  daß  die  Steigerung  der  Zeitungsgebühr
bei  den  übrigen  Zeitungsgattungen  meist  1  —50  %  betrug,
daß  sie  aber  bei  den  Generalanzeigern  vorwiegend  —  für
54%  —  mehr  als  50%,  zum  großen  Teil  —  für  26%  —
h  Im  Jahre  1901,  dem  ersten  Jahre  der  Gültigkeit  des  neuen
Tarifs,  ist  die  Zahl  der  durch  die  Reichs-Post  beförderten  Zeitungsnummern ­
  gegen  das  Vorjahr  von  1178  auf  1l68  Millionen  Stück,
d.  h.  um  0,8%  zurückgegangen  (Poststatistik  1900  S.  26  und  1901
S.  26),  während  bis  dahin  seit  1880  alljährlich  eine  Zunahme  zu  verzeichnen ­
  war.
3)  „Die  meisten  Blätter  erreichen  nur  ein  Durchschnittsalter  von
10  —15  Jahren"  (Archiv  1891  S.  247).  Dagegen  sind  a.  a.  O.  61
über  100  Jahre  alte  Zeitungen  einzeln  aufgeführt.  Achnliche  Angaben
enthält  Archiv  1879  S.  474.
            
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