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Erweiterungen der Betriebseinrichtungen nötig machten, ohne
daß die Gebühren erhöht wurden. Die Post, die damals
auf Erzielung günstiger Reinerträge bedacht sein mußte, war
auf Grund ihrer Erfahrungen überzeugt, vaß die Zeitungs
gebühren in ihrer Gesamtheit nicht einmal mehr ein den
Leistungen der Post angepaßtes Entgelt bildeten*.) Im Hinblick
auf dieses Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung
kam es, abgesehen von den bereits früher erwähnten Gründen,
im Jahre 1848 zu einer Neuordnung des Zeitungsgebühren
tarifs, die in der Einführung des Tarifs nach dem Einkaufs
preis der Zeitungen bestand. Das diesem Tarif zugrunde
liegende Verwaltungsprinzip hat sich anfangs in der Weise
geäußert, daß es sich dem privatwirtschaftlichen Prinzip
näherte; die Post war imstande, die Selbstkosten zu decken
und darüber hinaus einen Ueberschuß zu erzielen. Je mehr
der Verkehrsumfang stieg, um so mehr fielen verhältnismäßig
die Zeitungsgebühren,weil sie lediglich prozentual von den
eine sinkende Richtung^) aufweisenden Zeitungspreisen abhingen.
Infolgedessen gestaltete sich das ursprünglich mehr privat
wirtschaftliche Verwaltungsprinzip nach und nach zum Ge
bührenprinzip im Sinne der nicht vollen Eigenkosten-Deckung
1) Denkschriften der Postverwaltung an das König!. Staatsmini-
sterium v. IO. November und 16. Dezember 1844. Nach diesen zahlten
u. a. jährlich an Zeitungsgebühr zu wenig: Spenersche Zeitung 22,5 Sgr.,
Börsen-Nachrichten der Ostsee 26,5 Sgr., Neue Breslauer Zeitung 1 Tlr.
7.5 Sgr., Vossische Zeitung 1 Tlr. 23 Sgr., Kölnische Zeitung 2 Tlr.
14.5 Sgr., Augsburger Allgemeine Zeitung 5 Tlr. 14 Sgr. (Archiv 1884
S. 294 f.; Poststatistik 1882 S. 73 f.).
2 ) Die „Provisionsgebühr" betrug im Jahre 1824 nur bei rund
1% der von der Preußischen Post vertriebenen Blätter weniger als
1 Taler (Archiv 1884 S. 293).
3 ) Die Preise der Zeitungen usw. sind gegen früher im Verhältnis
durchschnittlich niedriger geworden, obwohl Format, Umfang, Ausgaben
zahl und Wert der Zeitungen usw. meist zugenommen und die Kaufkraft
des Geldes abgenommen hat. Es beruht dies auf den reichlichen
Einnahmen aus dem hochentwickelten Jnseratenwesen, auf der technischen
Vervollkommnung der Papierfabrikation und des Zeitungswesens, auf
der Konkurrenz unter den Verlegern und auch auf dem Wegfall der
Kautionen und Stempelabgaben. Aus der Gegenüberstellung einiger
bekannter Zeitungen ergibt sich z. B. folgendes: