fullscreen: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Der Unternehmer. 
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Smith die Wirtschaftsfreiheit gegenüber Zunftzwang sowohl 
als auch prinileg proklamierte. Ls ist die große Tat des Wirt 
schaftsliberalismus, durch die Durchsetzung der grundsätzlichen 
Freiheit der wirtschaftlichen Betätigung dem Unternehmergeiste 
bfe Bahn frei geinacht zu haben. Daß diese völlige Entfesselung 
des Erwerbsgeistes ihre tiefe Schattenseiten hatte, ist bekannt 
und bedarf in diesem Zusammenhange nur der Erwähnung; ist 
doch Vas Problem der richtigeir Abgrenzung voll Wirtschafts 
freiheit und Staatseingriff uns allen durch die Ereignisse der 
Kriegswirtschaft zum unmittelbaren Erlebnis und durch die Re- 
volution zum dringendsten Problem der nächsten Zeit, geworden. 
wer ist mm Unternehmer? Im Grunde jeder, der sich wirt 
schaftlich betätigt, Brentano hat sogar den Arbeiter einen 
solchen genannt. Das ist insoweit richtig, als auch der Arbeiter 
über die ihm zur Verfügung stehenden Produktionsmittel, näm 
lich seine Arbeitskraft, irgendwie disponieren muß; wo er feine 
Dienste anbietet, ist für ihn und die Seinigen nicht weniger ent 
scheidend als die Verkaufsabschlüsse des Fabrikanten für diesen. 
Nichtsdestoweniger behält der Unternehmer in feiner Eigenschaft 
als Produktionsleiter auf eigenes Risiko, seine deutliche Sonder 
art. So kann S ch m o l l e r dazu kommen, zu behaupten, die 
Unternehmer feien als Klaffe die wirtschaftlich Fähigsten ge-— 
blieben, seien gegenüber den Verkäufern der Produktionsmittel 
wie gegenüber den Konsumenten im ganzen doch die Überlegenen. 
Und das sei nicht sowohl Folge ihres Besitzes, so sehr er in Be 
tracht komme, als ihrer Stellung m b,r Initiative, ihrer geschäft 
lichen Fähigkeiten, ihres Zusammenhanges mit den leitenden 
Kredit- und Verkehrsinstituten, ihres Einflusses auf die Regie 
rungen und die Handels- und Wirtschaftspolitik/ Darin liege die 
Erklärung, daß sie — trotz aller Verluste und Gewinneinschrän 
kungen — im ganzen heute doch die Leute mit den großen Ein 
kommen, die vermögenerwerbenden seien. 
Männer wie Thyssen, Rathenau, Carnegie sind überreich ge 
worden, nicht weil sie Kapital bejaßen, sondern weil sie Unter 
nehmerfähigkeiten hatten, und im kleineren und bescheideneren 
Maßstabe gilt dies von jeden: Industrieleiter, wenn die Sozial 
demokratie, dem theoretischen Vorgänge von Mary folgend, stets 
das Kapital nur angreift, den Unternehmer selbst in seiner be 
sonderen Tätigkeit negiert, so liegt insofern ein richtiger Gedanke 
zugrunde, als die starke Kapitalansa!nmlung Ser Gegenwart in
	        
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