Der Unternehmer.
135
Smith die Wirtschaftsfreiheit gegenüber Zunftzwang sowohl
als auch prinileg proklamierte. Ls ist die große Tat des Wirt
schaftsliberalismus, durch die Durchsetzung der grundsätzlichen
Freiheit der wirtschaftlichen Betätigung dem Unternehmergeiste
bfe Bahn frei geinacht zu haben. Daß diese völlige Entfesselung
des Erwerbsgeistes ihre tiefe Schattenseiten hatte, ist bekannt
und bedarf in diesem Zusammenhange nur der Erwähnung; ist
doch Vas Problem der richtigeir Abgrenzung voll Wirtschafts
freiheit und Staatseingriff uns allen durch die Ereignisse der
Kriegswirtschaft zum unmittelbaren Erlebnis und durch die Re-
volution zum dringendsten Problem der nächsten Zeit, geworden.
wer ist mm Unternehmer? Im Grunde jeder, der sich wirt
schaftlich betätigt, Brentano hat sogar den Arbeiter einen
solchen genannt. Das ist insoweit richtig, als auch der Arbeiter
über die ihm zur Verfügung stehenden Produktionsmittel, näm
lich seine Arbeitskraft, irgendwie disponieren muß; wo er feine
Dienste anbietet, ist für ihn und die Seinigen nicht weniger ent
scheidend als die Verkaufsabschlüsse des Fabrikanten für diesen.
Nichtsdestoweniger behält der Unternehmer in feiner Eigenschaft
als Produktionsleiter auf eigenes Risiko, seine deutliche Sonder
art. So kann S ch m o l l e r dazu kommen, zu behaupten, die
Unternehmer feien als Klaffe die wirtschaftlich Fähigsten ge-—
blieben, seien gegenüber den Verkäufern der Produktionsmittel
wie gegenüber den Konsumenten im ganzen doch die Überlegenen.
Und das sei nicht sowohl Folge ihres Besitzes, so sehr er in Be
tracht komme, als ihrer Stellung m b,r Initiative, ihrer geschäft
lichen Fähigkeiten, ihres Zusammenhanges mit den leitenden
Kredit- und Verkehrsinstituten, ihres Einflusses auf die Regie
rungen und die Handels- und Wirtschaftspolitik/ Darin liege die
Erklärung, daß sie — trotz aller Verluste und Gewinneinschrän
kungen — im ganzen heute doch die Leute mit den großen Ein
kommen, die vermögenerwerbenden seien.
Männer wie Thyssen, Rathenau, Carnegie sind überreich ge
worden, nicht weil sie Kapital bejaßen, sondern weil sie Unter
nehmerfähigkeiten hatten, und im kleineren und bescheideneren
Maßstabe gilt dies von jeden: Industrieleiter, wenn die Sozial
demokratie, dem theoretischen Vorgänge von Mary folgend, stets
das Kapital nur angreift, den Unternehmer selbst in seiner be
sonderen Tätigkeit negiert, so liegt insofern ein richtiger Gedanke
zugrunde, als die starke Kapitalansa!nmlung Ser Gegenwart in